Victor Alimpiev


Pressemitteilung vom:
19. April 2006

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Presseinformation vom: 19.04.2006

Datum: 25.04.2006 - 14.05.2006

Kuratoren: Martin Sturm, Genoveva Rückert

In Kooperation mit Crossing Europe Filmfestival Linz zeigt das O.K in einer Einzelausstellung den russischen Künstler Victor Alimpiev.

Alimpiev zählt zu den gefragtesten jungen Künstlern Russlands. Man findet seinen Arbeiten auf Filmfestivals genauso wie bei wichtigen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Seine eindrücklichen Filme und Videos thematisieren das Verhältnis des Individuums zum Kollektiv und Gefühle wie Fremdheit, Verlorenheit, Künstlichkeit oder Faszination und die damit verbundenen Verhaltensweisen. Er legt seine Videos wie Studien an und zeichnet in streng formalen Anordnungen einförmige Handlungen performativ nach. In den minimalistischen Bewegungen gelingt es ihm, den skulpturalen Charakter seiner Filmfiguren herauszuarbeiten.
Er organisiert den Raum über Rituale und interessiert sich für das Verhältnis von Oberfläche zu Raumgefühl. Sein Interesse an Raum und Perspektive begründet er mit einem labilen/ohnmächtigen Verhältnis der Einzelperson zur Gesellschaft in Russland. Dagegen steht ein Gefühl für die unendliche Weite des Landes (als Bild des entfernten Horizonts) und eine totale Nähe zur unmittelbaren sozialen Umgebung (die er in den Nahaufnahmen vermittelt).

Im Rahmen seines Atelier-Aufenthaltes hat er gemeinsam mit StudentInnen der Bruckneruniversität Linz die neue Arbeit "What is the name of the Platz?", 2006 produziert.

Ebenso prägend wie Alimpievs Verbindung zum Film, insbesondere zum russischen Film der 1960er & 1970er Jahre, ist sein Bezug zum Theater. Während seine Produktionen an jene im Theater angelehnt und Elemente des Performativen Teil seiner künstlerischen Sprache sind, bedient er sich des Films vor allem als Medium und Mittel.

Victor Alimpiev, geb. 1973, lebt und arbeitet in Moskau; sein viel beachtetes Schaffen entstand in den früheren Jahren meist in Kooperation mit Kollegen wie Marian Zhunin („Ode“, 2001, aber auch eine Theaterproduktion für die Biennale Venedig 2005) und Sergej Vishnevskij („The Deer“, 2002), die jüngeren Arbeiten sind vorwiegend Einzelprojekte.

Eine Kooperation mit Crossing Europe Filmfestival Linz und Internationale Kurzfilmtage Oberhausen.

Zur Ausstellung erscheint eine achtseitige Broschüre mit zahlreichen mehrfarbigen Abbildungen und Texten zum Werk. Zum Filmfestival Crossing Europe erscheint ein Katalog und der Künstler ist weiters mit einer Personale in einem eigenen Filmprogramm vertreten.

Ausstellung im O.K

In seiner Ausstellung im O.K konzentriert sich Victor Alimpiev auf wenige Arbeiten, um diese umso präziser in einer installativen Anordnung von abgehängten Screens in Black Boxes zu präsentieren.


"What is the name of the Platz?", 2005

Videoinstallation
DVD PAL 7´30“ Loop, MiniDV, BetaCam, Ton
Deutsche Originalfassung
Format 4:3

Victor Alimpiev hat während seines Artists in Residence Aufenthalts im O.K mit StudentInnen der Bruckner Universität Linz eine neue Arbeit geschaffen. Als präziser Beobachter beschreibt er Interaktionen in einem Kollektiv. Drei Kameras umkreisen eine Gruppe von 15 Personen in deren Mitte sich die Hauptfigur, in Anlehnung an den avantgardistischen Sprechgesang à la Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“ (1914) und Karl-Heinz von Stockhausens „Momente“ (ab 1962) in einer theatralen Handlung an das Publikum wendet und einen Dialog beginnt.


Nachtigallchen, 2003

Videoinstallation
DVD PAL 7´ Loop, MiniDV, Ton
Format 16:9

Das Video „Nachtigallchen“, 2003 lebt von der Spannung zwischen privaten Gesten und ihrer kollektiven Wiedergabe in einer Menschenmasse. Beginnend mit Gustav Mahlers 5ter Symphonie und einer Szene, in der eine Hand sanft über einen Hinterkopf streicht, wechselt Alimpiev zu einer großen Gruppe, die einer strengen Choreographie von Bewegungen folgt. Den Hintergrund aussparend konzentriert er sich auf gleichförmige Handlungen und einzelne herausgehobene Protagonisten, die er im Rhythmus von Musik und O-Ton-Geräuschen organisiert. Unter Bezugnahme auf Elemente des Theaters, wie den undefinierten Raum oder das performative Hervorheben von Verhaltensformen wird, in Anlehnung an Sigfried Karcauers Überlegungen, die Masse zum Ornament (Vgl. Siegfried Kracauer, Das Ornament der Masse. Essays, Suhrkamp: Frankfurt am Main 1963).


Wetterleuchten, 2004 (EA2)

Videoinstallation
DVD PAL 2´17´´ Loop, MiniDV, Ton
Format 4:3

Die Struktur von „Wetterleuchten“, 2004 gibt die rhythmische Audiospur vor, die sich rasch als Trommeln und Klopfen von Kindern auf Tischen entpuppt. Die Kamera nähert sich in Close Ups deren Mimiken und Gesten, um dann zu fernem Wetterleuchten zu wechseln. Zwischen diesen dunklen Sequenzen, die sich am fernen Horizont abspielen und den hellen Aufnahmen vom Spiel der Kinder entsteht ein feiner Dialog. Der Horizont steht für einen Raum, der in der Entfernung zu einer Linie verkürzt ist. Es ist eine romantische Geographie, wie bei Casper David Friedrichs „Mönch am Meer“, 1808-1909 oder Kasimir Malewitsch´ „Rote Kavallerie“, 1928-1930, die Victor Alimpiev interessiert. Mit diesem Video hat er ein lyrisches Bild des sozialen Gefüges – für das Verhältnis von nahem sozialen Umfeld zu einem fernen und damit unbedrohlichen Geschehen geschaffen.


The Rockmusic, 2003

Videoinstallation
DVD PAL 7’ Loop, MiniDV, Ton
Format 4:3

Rockmusik ist eine filmische Studie, die um eine Art bewegte Skulpturengruppe kreist. Detailliert werden Jugendliche gezeigt, die um einen Lehrer oder älteren Freund herum gruppiert seinem Gitarrenspiel folgen. Das Skulpturale sind wiederum minimalistische und rituelle Gesten der Gruppe, die jugendliche Unbeholfenheit beschreiben. Bei der playback eingespielten Musik (Bill Frisell, „Strange Meeting") handelt es sich keineswegs um Rockmusik, sondern um eine Jazzpassage. Die Jugendlichen lauschen versunken und bewegen sich zum monotonen Rhythmus der Musik.


Shining, 2005

Videoinstallation
DVD PAL 2´ Loop, Animation, ohne Ton

Durch die Ausstellung leitet Victor Alimpiev mit klein projizierten Trickfilmen von zwei animierte Gesichtern, die wie Lampen über den Eingängen aufblinken und formal in Verbindung mit seinen zweidimensionalen Arbeiten stehen.


Pressefotos

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Fotos (außer anders angeben): Victor Alimpiev