Tiefenrausch


Pressemitteilung vom:
28. März 2008

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Ansprechpartner
  • Maria Falkinger
    Marketing / Presse (Leitung)
    +43.732.784178.52540
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Tiefenrausch
Kunst und Führungen in den Linzer Unterwelten

Ein Projekt des OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich mit Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas

Presseinformation vom: 28.03.2008

Datum: 30.05.2008 - 13.07.2008

  • OK | Museum der Unterwelten
  • Aktienkeller | Strom des Vergessens
  • Landstraße | Kanaldeckel
  • Linz unter Tage | Krypten, Stollen, Wasserspeicher
  • OK Platz | 40.000 Liter Attersee

Kunst in die Stadt!! Auf den Schaurausch in der Linzer Landstraße folgt der Tiefenrausch. OK, Linz09 und mit ihnen zahlreiche KünstlerInnen und zwei renommierte KulturwissenschaftlerInnen steigen in die Tiefe, in die Stollen und unterirdischen Welten von Linz. Sie treffen dabei auf Orte der Erinnerung und des Todes, aber auch auf aktive unterirdische Produktionsstätten, die uns und die Stadt unsichtbar, gewissermaßen subkutan, versorgen.

Das Projekt besteht aus fünf Teilen:
Eine breite kulturhistorische Einstiegsluke bietet das Museum der Unterwelten im OK. Im weitläufigen Tunnelsystem des Aktienkellers formieren sich die Installationen und Videos internationaler KünstlerInnen zu einem eindrücklichen "Strom des Vergessens". Auf der Linzer Landstraße ersetzen künstlerisch bespielte Plastik-Rohre die gusseisernen Kanaldeckel als Eingang in die städtische Unterwelt. Schließlich bietet der Tiefenrausch ein umfassendes Führungsangebot zu interessanten unterirdischen Orten, die normalerweise für das Publikum verschlossen bleiben (Krypten, Donaudüker, Wasserspeicher). Eine besondere Attraktion auf dem OK Platz ist ein Tauchturm mit Atterseewasser.

MUSEUM DER UNTERWELTEN im OK

Unterwelten gibt es viele und jede Tiefe braucht ein Zentrum. Das OK wird für den Tiefenrausch zu einem temporären "Museum der Unterwelten", ein Headquarter für das unterirdische Linz.

Zentrale Anlaufstelle für die Unterwelt:
Tickets, Informationen, Führungen +43.732.78 41 78-555

Kulturhistorische Ausstellung der bekannten Wiener Ausstellungsmacherin Brigitte Felderer: Gezeigt werden seltene und wertvolle Dokumente, Objekte und Kunstwerke, die eine lange Kulturgeschichte der Unterwelt dokumentieren. Objekte aus privaten und öffentlichen Sammlungen, künstlerische Projekte sowie multimediale Materialien, aber auch Werke zeitgenössischer Künstler, wie Hans Schabus oder Pipilotti Rist, dokumentieren diese Kultur- und Faszinationsgeschichte der Unterwelt. Ihre technischen und romantischen Visionen, die Schreckensbilder eines sozialen Abstiegs wie die mythische Kraft unterirdischer Welten werden im "Museum der Unterwelt" anschaulich zu erleben sein.
Felderers Konzept für ein "Museum" ist durchaus ironisch angelegt: Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Markus Pillhofer wird für das OK als Ausstellungshaus, das sich ausschließlich der zeitgenössischen Kunst widmet und fern musealer Konditionen operiert, augenzwinkernd eine museale Präsentation entwickelt.

Eine Akustik-Ausstellung mit Raumerlebnis zu den "Linzer Unterwelten": Der Bogen spannt sich von der Geschichte der nationalsozialistischen Stollenanlagen bis zum geplanten Westring-Tunnel, und basiert auf Interviews mit ZeitzeugInnen, die in unterschiedlicher Weise mit der Unterwelt eine Verbindung haben: Tunnel-ArbeiterInnen, ArchivarInnen, angrenzende NutzerInnen, Hobby-TunnelforscherInnen, Personen, die in Kriegszeiten Zuflucht in den Stollen gesucht haben, etc.
Das spannende Material, aufgezeichnet von Isabelle Muhr, wird vom Künstlerkollektiv Alien Productions (Sodomka/Breindl/Math) in eine Audioinstallation übersetzt: In einem weißem Tunnelsystem führen sie die BesucherInnen mit Radioempfängern ausgestattet, durch diese Geschichten, verblüffen durch unwirklich strahlend helle Räume und verschobene Perspektiven.

Die Unterwelt goes Hollywood: Die Künstler Christoph Draeger und Heidrun Holzfeind erweitern den Blick auf die Unterwelt und präsentieren im Großen Saal des OK eine Medieninstallation mit found footage Material aus mainstream-Kinofilmen zum Thema. Anhand von Szenen aus ca. 200 Filmen wird die Unterwelt im (bewusstseins-)erweiternden Sinn untersucht. Ein verschlungener Horrortrip durch Höhlen, Abgründe, endlose Gänge ins Innerste des Unterbewusstseins, wo urzeitliche Ängste brodeln. Eine psychedelischer Albtraum durch die Filmgeschichte, ein Rollercoaster-Ride, wo es stetig weiter abwärts geht, Endziel: die Hölle.

STROM DES VERGESSENS – ein künstlerisches Ausstellungsprojekt im Aktienkeller

Man kann – so erzählt uns die griechische Mythologie – aus dem Fluss Lethe trinken um alles irdische Leiden zu vergessen. Man kann – so lehrt uns dagegen die Psychoanalyse – das, was einmal war, verdrängen, aber nicht wirklich vergessen.

Der Aktienkeller, eine weitläufige historische Stollenanlage unter dem Botanischen Garten wird mit künstlerischen Arbeiten bespielt, die den Verlust des privaten oder öffentlichen Gedächtnisses zum Thema haben.

  • Darunter sind wichtige Arbeiten international bekannter KünstlerInnen, die eigens für den Stollen konzipiert werden: Während Renate Herter mittels einer Art Rechen, der unablässig durch eine Flüssigkeit pflügt, eine abstrakte Form für das Gedächtnis findet, geht es Anne and Patrick Poirier in ihrer neuen Installation unm das kollektive Bewusstsein und die Befindlichkeit der Welt. Kurt Hentschlägers Nebelräume werden erstmals in einer installativen Version präsentiert. Zwei der interessantesten Medienkünstlerinnen einer jüngeren Generation präsentieren sich mit neuen Videoprojekten, die vom OK produziert wurden (Sejla Kameric, Lida Abdul).
  • Weiters sind wichtige Arbeiten, die die Zeit des Nationalsozialismus aufarbeiten, wieder zu sehen: Peter Weibel listet in seiner Medieninstallation „Die Vertreibung der Vernunft“ die vertriebenen Intellektuellen Österreichs auf. „Body Missing“ von Vera Frenkel, 1994 für das OK produziert, ist wohl die bekannteste Arbeit der Grand Dame der Medienkunst und beschäftigt sich mit dem Kunstraub der Nazis und dem geplanten Führermuseum für Linz.
  • Der Rundweg führt durch die mächtigen, bis zu 6 Meter hohen Stollengänge und endet nach einem spektakulären Aufstieg im Botanischen Garten.

KünstlerInnen:
Lida Abdul, Heimrad Bäcker, Fernando Sánchez Castillo, Chieh-jen Chen, Christop Draeger, Joanna Dudley, Vera Frenkel, Thorsten Goldberg, Peter Hauenschild / Georg Ritter, Kurt Hentschläger, Renate Herter, Sejla Kameric, Xuan Kan, Klub Zwei, Anne und Patrik Poirier, Ruth Schnell, Tim Sharp, Hito Steyerl, Kruno Stipeševic’, Herwig Turk, Sarah Vanagt, Peter Weibel, Ursula Witzany u.a.

zur Geschichte des Aktienkellers:

Vermutungen deuten darauf hin, dass die Stollenanlagen im Bauernberg schon zur Römerzeit errichtet wurden und auch während der Bauernkriege eine Rolle spielten.

Ein großer Teil der Stollen steht mit der Linzer Braugeschichte in Zusammenhang:
Seit dem 19. Jhdt. diente der Aktienkeller als Keller und Mälzanlage mit einer benutzbaren Fläche von fast 15.000m²: Unterirdisch konnte infolge der gleichbleibend niedrigen Temperaturen das ganze Jahr hindurch gemälzt werden. Die Biererzeugung der Aktienbrauerei wurde 1923 eingestellt.

Während der Kriegsjahre wurden die Anlagen zu einem riesigen Stollensystem ausgebaut und durch Gänge miteinander verbunden. Teile der Anlage hatten einen so großen Querschnitt, dass sich dort Wagenparks von Gemeinde, Feuerwehr, Rotes Kreuz befanden sowie 19 Wohnstollen. In der Nachkriegszeit blieben weite Teile des Aktienkellers ungenutzt, teilweise wurde dort eine Schwammerlzucht betrieben.

LANDSTRASSE KANALDECKEL

Zehn prominent gelegene Kanaldeckel zwischen dem Hauptplatz und dem Casino werden durch rote Plastikrohre ersetzt, die von KünstlerInnen visuell oder akustisch gestaltet werden. Sie sind das sichtbare Zeichen einer Unterwelt, die für uns nicht betretbar ist. Sie verbinden das unterirdische Linz der Strom-, Fernwärme und Abwasserleitungen mit dem bunten Treiben der Landstraße.

Ein Projekt in Kooperation mit der Linz AG. Künstlerische Projektpartner: Kunstuniversität Linz, Bildhauerei_transmedialer Raum und Raum- & Designstrategien

LINZ UNTERTAGE Führungen

Das vielfältige unterirdische Leben unter der Stadt wird in kleinen Gruppen und unter fachkundiger Leitung erforscht.

  • Wir entdecken neue, erstaunliche Arbeitswelten vor – oder besser unter – unserer Haustüre: Fachleute der Linz AG führen durch den Donau Düker und den Wasserspeicher Froschberg. Ein Projekt in Kooperation mit der LINZ AG.
  • Krypten sind die "Wurzeln" der Kirchengebäude; begehbare Grabstätten, die vielstimmige Geschichten über den Tod und das Leben erzählen. Während des Aktionszeitraumes von Tiefenrausch bietet die Diözese Linz einen knapp zweistündigen thematischen Rundgang durch die Krypten der Linzer Jesuitenkirche, der Ursulinenkirche, des Mariendomes und die Gruft der Kapuzinerkirche. Die Grablegen von Bischöfen, Adeligen und Ordensmitgliedern geben Einblicke in die Stadt- und Kirchengeschichte und den Umgang mit Tod und Vergänglichkeit. Steigt man von den unterirdischen Grabanlagen hinauf in die Kirchenräume, bringen diese in ihrer Ausstattung und ihren Bildprogrammen die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod zum Ausdruck. Eine Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche in Oberösterreich.
  • Der Limonistollen ist neben dem Schlossbergstollen der bekannteste "Fluchtbunker" aus dem Nationalsozialismus in Linz. Die genaue Funktion dieser Stollensysteme, ihre Anlage und Geschichte wird im Rahmen eines Rundganges erläutert. Führungen durch die Austria Guides, Frau Grabner.
40.000 LITER ATTERSEE am OK Platz

Der Attersee besucht Linz: Ein Tauchturm mit 40.000 Liter Atterseewasser steht auf dem OK Platz und ladet die BesucherInnen zum Showtauchen, Trockentraining oder Schnupperkurs ein.
Ein Projekt in Kooperation mit der Ferienregion Attersee


Im Salzkammergut errichtet Linz 2009 Außenstellen für den "Tiefenrausch"

Im neu gestalteten Zugangsbereich zu den Dachstein Eishöhlen errichtet die Künstlerin Agnes Meyer-Brandis ein Expeditionszelt, in dem sie mit einer hochentwickelten Sonde die Tiefenstruktur des Dachsteinmassivs erforscht.

Kuratorenteam

Rainer Zendron, Martin Sturm, Genoveva Rückert
In Zusammenarbeit mit Brigitte Felderer, alien productions, Christoph Dreager/Heidrun Holzfeind, Renate Herter, Pepi Maier
Projektleiter: Norbert Schweizer

Publikationen

Zum Tiefenrausch entsteht eine dreibändige Publikation: 2 Ausstellungsführer und ein Theorieband, für den der renommierte Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho gewonnen werden konnte.

Tiefenrausch Infobüro

Alle Informationen und Führungsanmeldungen

OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich
OK Platz 1, 4020 Linz
T: +43.732.784178-555, Enable JavaScript to view protected content.
www.ok-centrum.at/tiefenrausch

Tiefenrausch-Wochenende in Linz-Donau

2 Übernachtungen im 3* oder 4* Hotel mit Frühstück, Linz City Ticket,
Tiefenrausch-Package (Führung durch das OK Museum der Unterwelten, Besuch der Ausstellung im Aktienkeller, Führung durch die Krypten der Innenstadt, Ausflug zum Wasserspeicher oder Donaudüker und Nachtvorstellung im Moviemento Programmkino)

Pro Person im Doppelzimmer (3* Hotel 105 Euro, 4* Hotel 125 Euro)

Information & Buchung:
TouristInfo, Hauptplatz 1, 4020 Linz, Tel. +43 (0)732/7070-1777, Fax +43 (0)732/772873
e-mail: Enable JavaScript to view protected content.

Projektpartner:

OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich
Direktor: Martin Sturm
www.ok-centrum.at
Projektleiter: Norbert Schweizer
OK Platz 1, 4020 Linz
T: +43.732.784178

Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas OrganisationsGmbH
Intendant: Martin Heller
www.linz09.at
Gruberstraße 2, 4020 Linz
T: +43.732.2009

Kooperationspartner

Linz AG
Katholische Kirche in Öberösterreich
Ferienregion Attersee
Kunstuniversität Linz
Botanischer Garten


Pressefotos

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Alle Fotos (außer anders angegeben): Otto Saxinger.

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Landstraße | Kanaldeckel


Aktienkeller | Strom des Vergessens


Linz unter Tage | Krypten, Stollen, Wasserspeicher


OK Platz | 40.000 Liter Attersee