Re:Location 2+5


Pressemitteilung vom:
9. September 2003

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Ansprechpartner
  • Maria Falkinger
    Marketing / Presse (Leitung)
    +43.732.784178.52540
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Datum:

10.10.2003 - 09.11.2003

Eine Kooperation von
Galéria Jána Koniarka, Trnava, Slovakei
Centrul International pentru Arta Contemporana, Bukarest, Rumänien
und O.K Centrum für Gegenwartskunst OÖ

Re:Location ist ein europaweites Artist-in-Residence- und Ausstellungsprogramm, das aus einer Serie bilateraler Kooperationen zwischen Kunsteinrichtungen besteht, dem Netzwerk „Art Centers of Europe“.

Re:Location 2

Centrul International pentru Arta Contemporana, Bukarest, Rumänien, 7.5. – 30.6.2003
O.K Centrum für Gegenwartskunst OÖ, 10.10. – 9.11.2003

KünstlerInnen: Yvette Martini, Nicoleta Mocanu, Barbara Musil, Markus Seidl
KuratorInnen: Maria Rus Bojan (RO/NL), Irina Cios (RO), Martin Sturm,

Re:Location 5

O.K Centrum für Gegenwartskunst OÖ, 9. 10. – 9. 11. 2003
Galéria Jána Koniarka in Trnava, SK, 9.12.03– 20. 2. 2004

KünstlerInnen: Herr Mario, Emöke Vargová
KuratorInnen: Vera Janceková (SK), Martin Sturm (A)

Das O.K Centrum für Gegenwartskunst setzt in der Ausstellung Re:Location seine dialogorientierte Reihe mit anderen Ländern fort. KünstlerInnen aus dem Land der Partnerorganisation werden zu Arbeitsaufenthalten eingeladen und präsentieren neue Arbeiten, die jeweils vor Ort entstanden sind.

Im Gegensatz zu den ebenso beliebten wie abgenutzten nationalen Wanderausstellungen ist Re:Locaton der Versuch, neue, qualitätsvolle Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln und sich nicht nur auf die Herausgabe eines gemeinsamen Kataloges oder das marktkonforme Weiterreichen fertiger Kunstwerke zu beschränken. Re:Location meint die Verschiebung und „Neu-Verortung“ der ästhetischen künstlerischen Praxis oder der eigenen institutionellen Arbeit, die durch die intensive Auseinandersetzung und den Austausch zwischen zwei oder mehreren Positionen, geografischen Orten oder sozialen Situationen entsteht. Das genaue Studium des spezifischen kulturellen und sozialen Umfeldes der jeweiligen Partnereinrichtung, die gemeinsame kuratorische und organisatorische Planung des Projektes gehören dabei ebenso zum Repertoire wie Recherchen in der KünstlerInnenszene vor Ort und die logistische bzw. produktionstechnische Betreuung der KünstlerInnen.

Die Re:Location Projekte mit der Jána Koniarka Galerie in Trnava (Slowakei) und dem Centrul International pentru Arta Contemporana (CIAC) in Bukarest (Rumänien) werden nunmehr als gemeinsame Ausstellung von sechs Künstlerinnen und Künstlern in Linz präsentiert:

Als Artists-in-Residence entwickelten dafür die österreichischen KünstlerInnen Markus Seidl und Barbara Musil in Cluj, Rumänien und umgekehrt die rumänischen Künstlerinnen Yvette Martini und Nicoleta Mocanu im O.K in Linz jeweils neue Arbeiten. Herr Mario war in Trnava, Slowakei und Emöke Vargová im Gegenzug in Österreich.


Herr Mario (A)

Herr Mario spielt Fußball #9 - Trainingslager Trnava (Laufarbeit)

Herr Mario führt seine Beschäftigung mit der komplexen Welt des Fußballs in Trnava fort. Trnava, hometown des FC Spartak, hat als ehemals wichtiger Bischofssitz ein ausgedehntes, historisches Stadtzentrum. Dieses Stadtzentrum wird von Herrn Mario im Rahmen einer Performance als „Fußballfeld“ definiert:

Das Stadion und die Galéria Jána Koniarka, gegenüberliegend an den äußeren Ecken des Zentrums, markieren Ausgangspunkt und Ziel/Tor des Feldes, die Stadt selbst wird auf allen möglichen Routen insgesamt 8 mal von Herrn Mario in Laufbewegung mit dem Ball durchquert; dabei wird er von einer Kamera aufgenommen. Im O.K dokumentiert Herr Mario diese fußballerische Intervention in präzis geloopten Kurz-Schnitten seines Laufs als Videoinstallation und repräsentiert die Stadt Trnava in Form eines (abstrakten) Rasenobjektes endgültig als Fußballfeld.

Kooperationspartner: Galéria Jána Koniarka, Trnava, SK

Herr Mario, geboren in Salzburg 1973,
1993-1997 Studium Publizistik- u. Kommunikationswissenschaft (Universität Salzburg)
seit Okt 1999 - Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz; Institut für Bildende Kunst;
Interkulturpreis 2003 für „Herr Mario spielt Fußball #1-7“
bisherige Vereine: Union Henndorf, Salzburger Lemminge, SHC 83 ASKÖ Lichtenberg, Strom United
aktueller Verein: FC Antonius Linz


Yvette Martini (Ru)

The Eternal Love Triangular – Ménage à trois

In monatelanger Recherche wurde im O.K eine kleine Bibliothek zum Thema Dreieckbeziehung aus den unterschiedlichsten Gebieten – von Lebenshilfe über die klassische Literatur bis zur Mathematik – aufgebaut. Der intime Raum der Dreieckbeziehungen wird in der Installation öffentlich. Drei Schaukeln, die diesen Raum definieren, laden zur Benutzung ein – die Bücher zu lesen, aber auch mit den anderen „SchauklerInnen“ in Berührung zu kommen. Ein Begriffsfeld am Boden dokumentiert den Recherchevorgang.
Der Großteil der Bücher wurde freundlicherweise von der Oberösterreichischen Landesbibliothek und der Stadtbibliothek Wien für dieses Projekt als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Kooperationspartner: Centrul International pentru Arta Contemporana (CIAC), Bukarest, Rumänien

Yvette Martini, geb. 1976 in Secuiesc, Rumänien; lebt und arbeitet in Budapest
Studierte "Visual Art" an der Kunstakademie in Cluj/Ru
2003/2 Artist-in-Residence im O.K


Nicoleta Mocanu (Ru)

Waiting Room

Eine Cafe-Haus-Ambiente im O.K wird zum Warteraum in den Himmel. Ein Video mit Interviews junger Leute über ihre „Ausrichtung“, ihren liebsten Ort und Überlegungen, was Himmel oder Glück für sie bedeuten könnten, wird über ein spiegelartiges Display eingespielt und verkürzt den Wartenden – ähnlich wie auf Flughäfen – die Zeit.

Kooperationspartner: Centrul International pentru Arta Contemporana (CIAC), Bukarest, Rumänien

Nicoleta Mocanu, geb. 1977, Arad, Rumänien
studierte 1995-2000 an der University of Art and Design, Graphic department, Cluj, Ru
2000-2002 University of Art and Design, Master degree, Photo/Video


Barbara Musil (A)

Alert

Der markante Geräuschteppich – Sirenen, Alarmanlagen – und der hohe Laut-pegel der Stadt Cluj war der Ausgangspunkt für die Arbeit „Alert“. Barbara Musil programmierte die Alarmanlagen von 10 Fahrzeugen aus dem Raum Cluj neu und ersetzte den Alarmton durch Lieder und Texte, die sich mit den Thema „Diebstahl“ auseinandersetzen. Als „permatente Intervention“ in die Autos eingebaut, hinterließ sie in der Stadt Cluj so eine eigene, akustische Note. Autos als Repräsentationsobjekte, und die Sicherung des Wertes sind u. a. Motive, die in den Interviews mit den neuen Alarmanlagen-Besitzern zur Sprache kommen. Im O.K bringt Barbara Musil neben der Dokumentation dieses Projektes eine akustische und visuelle Übersetzung des Ortes.

Kooperationspartner: Centrul International pentru Arta Contemporana (CIAC), Bukarest, Rumänien

Barbara Musil, 1972 geboren in Salzburg
Studium der Humanmedizin in Graz, 1999 Promotion zur Dr. med. univ.
1998 Kunstuniversität Linz, Meisterklasse Experimentelle Gestaltung
2000-2001 Arbeitsaufenthalt in Berlin
2003 Residency in Cluj, Rumänien


Markus Seidl (A)

pauzele
pauzele lungi si dese, cheia marilor succese.
the longer the break the bigger the success. gut ding braucht weile.

Markus Seidl beschäftigt sich mit dem Wert und der Bewertung von Arbeit, wie etwa in seinem Projekt „Ein Dorf tut nichts“ für das Festival der Regionen 2001. Dieser Ansatz hat er im Rahmen seines Stipendiatenaufenthaltes ortsspezifisch mit KünstlerInnen aus Cluj weiterentwickelt : Ausgehend von der Beobachtung, dass die rumänische Sprache zahlreiche Ausdrücke kennt, die das Verhältnis zwischen Arbeit und Nichtstun umschreiben, ließ er rumänische KünsterInnen Sprichwörter und Lebensweisheiten zum Thema „Müßiggang“ inszenieren und dokumentierte deren Vorstellungen fotografisch.

Kooperationspartner: Centrul International pentru Arta Contemporana (CIAC), Bukarest, Rumänien

Markus Seidl lebt in Linz und Wien,
arbeitete an zahlreichen Projekten der Stadtwerkstatt Linz und des Kunstradio/Wien.
Seit 1996 "fundamental radio" mit Langzeitpartner August Black.
Mit Elisabeth Schimana realisierte er "Ein Dorf tut nichts" beim Festival der Regionen 2001; zur Zeit Artist-in-Residence in Fujino / Japan


Emöke Vargová (SK)

SCHÖNER WOHNEN
Bauen + Renovieren – Arbeitsraum: Punkte schaffen Atmosphäre“

In der Fortsetzung ihrer Beschäftigung mit der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ und den darin verhandelten Themen, entstand im O.K in einem ehemaligen Klassenzimmer die 4. Installation dieser Reihe. Entgegen üblichen Vorstellungen Räume einzurichten, werden im O.K die Wände und der Boden in einem quasi archäologischen Vorrang musterartig freigelegt. Als eine Art Anti-Design werden Muster in die materielle Substanz des Raumes eingeschnitten und geschliffen, die farbigen Schichten die dabei entstehen sind Zeitschnitte ehemaliger Ausstellungen.

Kooperationspartner: Galéria Jána Koniarka, Trnava, SK

Emöke Vargová, geb. 1965 in Dunajska’Streda/SK
Lebt und arbeitet in Bratislava,
studierte an der Hochschule für Angewandt Kunst in Bratislava (VŠVV) wo sie derzeit auch unterrichtet


KuratorInnen:
Irina Cios (RO)
Maria Rus Bojan (RO/NL)
Vera Janceková (SK)
Martin Sturm (A)

Mitarbeit:
Stella Rollig, Roland Schöny (Re:Location Cluj)

Nächster Termin:
Galéria Jána Koniarka in Trnava (9.12. – 20. 2. 2004)
Slovakia / Austria
KünstlerInnen: Ella Raidel, Herr Mario und Emöke Vargová

Das Projekt wurde unterstützt von Kulturkontakt Austria.


Pressefotos

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Fotos: Otto Saxinger