Peter Wüthrich - Die Wahrheit über meine Freunde


Pressemitteilung vom:
13. Oktober 2005

Pressebilder:
Zur Bilderübersicht

Veranstaltungsseite

Ansprechpartner
  • Maria Falkinger
    Marketing / Presse (Leitung)
    +43.732.784178.52540
    Enable JavaScript to view protected content.

PETER WÜTHRICH
Die Wahrheit über meine Freunde

Presseinformation vom: 13.10.2005

Datum: 14.10.2005 - 08.01.2006

Eröffnung: 13.10.2005 - 20:00

Eigens für den großen Saal des O.K konzipierte der Schweizer Künstler Peter Wüthrich die Rauminstallation „Die Wahrheit über meine Freunde“.

Diese Freunde – Bücher – sind seit den 1990er Jahren Wüthrichs ausschließliches Arbeitsmaterial und Motiv um dessen Bedeutung und Objekthaftigkeit seine Installationen und Fotoarbeiten kreisen. Ihrer Funktion als Bedeutungsträger, Wissensspeicher und kulturelles Gedächtnis setzt der Künstler poetische Bilder entgegen. Er ist ebenso am Buch als Gegenstand, wie an seinem Inhalt interessiert und bringt die Qualitäten des Mediums in seiner Ganzheit zum Ausdruck. Er verbindet die dinghafte Präsenz des Objektes Buch mit seinem literarischem Gehalt und legt in seinem künstlerischen Umwandlungsprozess ihr Potential frei. Jenseits ihrer Körperlichkeit begreift Peter Wüthrich sie vor allem als Persönlichkeiten, die etwas enthalten, was sie auch für sich behalten dürfen. Frei von der Funktion Vermittler von Geschichten und Ideen zu sein – finden Peter Wüthrichs Bücher zu ihrer eigentlichen Bestimmung und werden zur Projektionsfläche für neue Inhalte.

Libri amici, libri magistri (Bücher sind Freunde, Bücher sind Lehrer). Bücher sind Botschafter, die zwar Monologe halten, mit denen wir aber auch lesend in Dialog treten können. Sie sind Vermittler, die uns die Verbindung mit geistig Verwandten über die Jahrhunderte und Kulturen hinweg ermöglichen. Nicht nur für die Bibliophilen, die Bücherliebhaber und Buchgläubigen ist das Buch ein besonderes Medium. Es führt uns in eine geistige Welt, in die Welt der Vorstellung. Nicht zuletzt steht es, seitdem es die Schriftrolle als Medium abgelöst hat, als Symbol für die Entwicklung der christlich geprägten westliche Kultur.

Das Buch ist nicht nur durch die abstrakte Schrift sondern auch durch seine schlichte Form ein äußerst reduzierter Gegenstand, dessen haptische und formale Qualitäten für den Lesenden umso wichtiger werden.
Das Buch als Objekt, Medium und Sujet kommt in Peter Wüthrichs Konstellationen und Anordnungen vielfach zum Einsatz. Im Changieren zwischen den Zuschreibungen (vom Symbol für das Geistige an sich bis zum banalen Alltagsgegenstand) und immer neuen Annäherungen an das Wesen des Buches entstehen seine „Sinnbilder“: Bücher werden zu monochromen Buchgemälden, architektonischen Plastiken, oder werden wie in den fotografischen Bildgeschichten und Videos zu fliegenden, vogelartigen Wesen.

Die Bildserie „ Imago“ ist grundlegend für das Verständnis von Peter Wüthrichs Arbeit. Die Fotografien und Videosequenzen sensibilisieren uns dafür, dass Bücher mehr sind als reine Gegenstände, dass sie ein Eigenleben haben, das Peter Wüthrich zur Entfaltung bringt. Sie nehmen wesenhafte Züge an, wenn sie sich an Wegrändern oder in Bäumen aufhalten, miteinander korrespondieren und Beziehungen eingehen.

Ausgehend von dieser Vorstellung vom „Wesen“ des Buches entwickelt auch die neue Arbeit „Die Wahrheit über meine Freunde“ im O.K ihre Bedeutung. Bücher bevölkern wie Vögel ein Gebälk. Während sie hier wie schwarze Raben auf den eingezogenen Stangen hocken, erheben sie sich in der Projektion der Fotoserie „Imago“, 1996 - 2005 im Nachbarraum fliegend über die unterschiedlichsten Landschaften.
Mit dem Blick auf die Bücher fragen wir uns nach der Wahrheit, deren Enthüllung uns Wüthrich mit dem Ausstellungstitel verspricht. Wüthrich hält diese Versprechung, wie seine Freunde, in Schwebe und entzieht sich im Spiel mit den komplexen Bedeutungen des Mediums einer eindeutigen Festlegung. Indem er sie unleserlich für uns hoch über den Köpfen schweben lässt, erweist sich Wüthrich selbst als wahrer Freund, belässt er ihnen doch all ihre Geheimnisse.

Zur Ausstellung erscheint eine 8-Seitige Broschüre.

Peter Wüthrich

geb. 1962, lebt und arbeitet in Bern/CH.

Einzelausstellungen
1992 Köln Galerie Jule Kewenig
1993 Los Angeles Thomas Solomon’s Garage
1994 Berlin Galerie Vincenz Sala
Bremen Galerie im Künstlerhaus *
1995 München Galerie Susanne Albrecht
London Todd Gallery
1996 Wil Kunsthalle *
Zürich Galerie Mark Müller
Aachen Suermondt-Ludwig-Museum
Bruxelles Galerie Vincenz Sala
1997 Köln Galerie Jule Kewenig *
Nürnberg Institut für moderne Kunst *
Karlsruhe Ursula Blickle Stiftung *
München Galerie Susanne Albrecht
Marl Skulpturenmuseum Glaskasten *
1998 Friedrichshafen Kunstverein
Zürich Galerie Mark Müller
1999 Dachau Neue Galerie *
Freiburg Kunstverein *
2000 London Laure Genillard Gallery
Solothurn Kunstmuseum *
Zürich Galerie Mark Müller
Bremerhaven Kunstverein *
Salzburg Rupertinum
2001 Milano Galleria Christian Stein
Santiago de Compostela , CGAC, Centro Galego de Arte Contemporanea
Los Angeles ACE Gallery
2002 Sydney Sarah Cottier Gallery
Strasbourg La Chaufferie *
Köln Galerie Jule Kewenig
Aalst Galerij S65
2003 Winterthur Kunsthalle
2004 Madrid Galeria Pilar Parra
Bergamo Galleria Fumagalli *
Milano Galleria Christian Stein *
2005 Frankfurt Galerie Appel
Linz O.K Centrum für Gegenwartskunst
Milano ASSAB ONE *
Milano Galleria Christian Stein *

* Katalog

Gruppenausstellungen
1992 Thun Kunstmuseum, „Projekt Querschnitt“ *
Amsterdam Loods 6, „Y Ruimte“
1993 Zürich Shedhalle, „Schaerf/Solakov/Tison/Wüthrich/Widoff“ *
Zürich Shedhalle, „Ex-change“ *
1994 Salzau Landeskulturzentrum Schloss Salzau *
Zürich Museum für Gestaltung, „Kunsthäuser“
London Todd Gallery, „Creed/Roberts/Wüthrich“
Salzburg Galerie 5020, „Winterschlussverkauf“
1995 Linz OK Offenes Kulturhaus, „Hausgeburt“ *
Duisburg Wilhelm Lehmbruck Museum, „Lehmbruck Stipendiaten“ *
Berlin Künstlerhaus Bethanien, „Station Deutschland“ *
1996 Southampton John Hansard Gallery, „Small Truths“ *
Hamburg Kampnagelfabrik, „Station Deutschland“ *
London Todd Gallery, „Small Truths“ *
Sunderland Northern Gallery for Contemporary Art, „Small Truths“ *
1997 Liestal Kunsthalle Palazzo, „Ars Mobilis“ *
Drewen Kunstverein, „Brandenburgische Kunsttage“ *
München Haus der Kunst, Deep Storage-Arsenale der Erinnerung“ *
Berlin Hamburger Bahnhof und National galerie, „Deep Storage“ *
Duisburg Wilhelm Lehmbruck Museum, „Die Photosammlung“ *
Düsseldorf Kunstmuseum, „Deep Storage-Arsenale der Erinnerung“ *
Seattle Henry Art Gallery, „Deep Storage-Arsenale der Erinnerung“ *
New York PS. 1, „Deep Storage-Arsenale der Erinnerung“ *
1998 Zürich Kunsthaus, „Freie Sicht aufs Mittelmeer“ *
Karlsruhe Blickle Stiftung, „Malerei jenseits der Malerei“ *
Osnabrück Kulturgeschichtliches Museum, „Krieg und Frieden“ *
Frankfurt Schirn Kunsthalle, „Freie Sicht aufs Mittelmeer“ *
Münster Westfälisches Landesmuseum, „Krieg und Frieden“ *
1999 Köln Universität, „Art of Knowledge“ *
London Laure Genillard Gallery, „Think Colour“
Köln Galerie Jule Kewenig, „les Adieux“
2000 London South London Gallery, „Domestic Bliss“
Glasgow Transmission Gallery, „Good Luck for You“
2001 Stuttgart 8. Triennale der Kleinplastik, „Vorsicht-Rücksicht“ *
New York Senior&Shopmaker Gallery, „A privat Reading“
2002 Amiens Maison de la Culture, „de singuliers débordements“ *
New York ACE Gallery, „New York –Invitational“
Trento e Rovereto MART, Museo di Arte Contemporanea, „Spedizione su Mart“ *
Sydney Sarah Cottier Gallery, „Paperwork 2“
2003 Marl Skulpturenmuseum, „Ausgestellt-Vorgestellt“ *
Los Angeles ACE Gallery, „LA-Absolut-Invitational“
Sélestat FRAC Alsace, „Sélest’Art-Biennale“ *
Warschau Galerie National d’Art Zacheta, „Collection sans frontières“ *
Sydney Sarah Cottier Gallery, „ten“
2004 Solothurn Kunstmuseum, „Die Sammlung“
Köln Galerie Gabriele Rivet, „Black and White“
Santiago de C. CGAC, Centro Galego de Arte Contemporanea, „Compostela“ *
2005 Bergamo Chiesa Sant’Agostino, „Visioni“ *

* Katalog


Pressefotos

Abdruck der Bilder bei Nennung des des Bildtextes honorarfrei.
Um die Bilder downzuloaden, mit rechtem Mausklick "Ziel speichern unter…" auswählen.

Fotos (außer anders angegeben): Otto Saxinger