OÖ Kulturquartier Bilanz 2012 - Ausblick 2013


Pressemitteilung vom:
7. November 2012

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  • Maria Falkinger
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OÖ Kulturquartier Bilanz 2012 - Ausblick 2013

BILANZ 2012

Ursulinenhof und Offenes Kulturhaus wurden im Frühjahr zum "oberösterreichischen Kulturquartier" fusioniert und organisatorisch zu einer Einheit zusammengeschlossen.
Wir verfolgen damit zwei Ziele:
Zum einen wirken im Ursulinenhof und im OK seit vielen Jahren zahlreiche Partner, die engagiert Programme verfolgen. Wir bieten ihnen mit dem OÖ Kulturquartier ein starkes, außenwirksames Dach, unter dem ein vielschichtiges Angebot von internationalen Ausstellungsproduktionen und Festivals bis hin zur reichhaltigen regionalen Vereinsszene Platz findet. Schwerpunkte sind Kino, Medienkunst und bildende Kunst in all ihren Schattierungen.
Zum anderen wollen wir durch räumlich übergreifende und auf ein sinnliches Erleben ausgerichtete Projekte neue Impulse setzen und das OÖ Kulturquartier als eine experimentierfreudige Plattform der Oberösterreich-Kultur etablieren.

Mit Projekten wie den 444 Ortstafeln, künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum wie dem temporären brasilianischen Eingang in den Ursulinenhof oder einem ungewöhnlichen Klavier/Klang-Jahresschwerpunkt zeigen wir diese Klammer zwischen Tradition und Moderne und tragen sie hinaus in den öffentlichen Raum.

Ein Meilenstein für diese neue Linie war der SINNESRAUSCH 2012. Wie seine Vorgänger-Projekte war er ein Kulturvermittlungsprojekt im besten Sinn, das durch einen attraktiven Parcours und ungewöhnliche Objekte neue Bevölkerungsschichten an die Kunst heranführt.

  • 77.244 BesucherInnen waren beim SINNESRAUSCH zu Gast.
  • In 90 Ausstellungstagen haben durchschnittlich 858 Personen pro Tag die Ausstellung besucht.
  • Der August war mit 27.985 Gästen der besucherstärkste Monat.
  • Wichtiges Vermittlungsangebot: 10.700 Personen sind in 637 Führungen durch die Ausstellung begleitet worden, davon 291 Schulklassen.
  • Eine Befragung von 21.927 AusstellungsbesucherInnen hat ergeben, dass fast die Hälfte der BesucherInnen aus Oberösterreich außerhalb von Linz kommen. Der Linzer Anteil beträgt 25,9%. Immerhin knapp 30 % der Gäste sind auswärtige Kulturtouristen (16,2% reisen aus anderen Bundesländern an; 11,8% aus dem Ausland)

Diese Werte zeigen, dass sich die "Räusche" zu einem attraktiven Anziehungspunkt für die Region entwickelt haben und ein wichtiges Angebot für Kulturtouristen sind. (vergl. u. a. die gute Auslastung im August, die mit den guten Nächtigungszahlen der Linzer Hotellerie korreliert).

  • Familien mit Kindern waren die größte Gruppe der BesucherInnen, ein Trend der sich schon beim Höhenrausch abgezeichnet hat: Insgesamt wurden 5280 Familienkarten verkauft, das bedeutet eine Steigerung um 10% bezogen auf die Gesamtbesucherzahl im Vergleich zum Höhenrausch.
  • Neben kreativen Objekten zur Sinneswahrnehmung wurden auch ungewöhnliche Kunstprojekte eingebaut: Eine Attraktion der Ausstellung war die drehende Waschanlage des oberösterreichischen Künstler David Moises vor dem Eingang des OK. Insgesamt waren 47 KünstlerInnen aus sechs Nationen an diesem Ausstellungsprojekt beteiligt.

Mit diesen Zahlen liegt der "Sinnesrausch" im absoluten Spitzenfeld der oberösterreichischen Kultur- und Kunstausstellungen des heurigen Sommers. Die Publikumsresonanz zeigt einmal mehr, dass es Ausstellungsformate braucht, die quasi den "Rahmen sprengen", die über das klassische Museumsformat hinausgehen und damit für breite Besucherschichten interessant sind.

AUSBLICK 2013

Die großen Sommerausstellungen auf dem Dach sind auch in Zukunft fixer Bestandteil und Motor des großen Kultur- und Kunstvermittlungsprogramms im OÖ Kulturquartier.

1. HÖHENRAUSCH.3 als großes Sommerprojekt – Türme!

Für den Sommer 2013 (Mai – Oktober) ist der Höhenrausch.3 geplant. Der Erfolg des Höhenrausches ist die Mischung, die "Zwischenform" und die Vieldeutigkeit des Formats. Er ist ein Höhenweg, ein Dachparcours, ein Aussichtssteg und eine große Kunstausstellung. Er findet "Drinnen" im Kunst-Museum, in Dachböden und "Draußen" gleichzeitig statt. Der Rundgang ist wie der Weg durch einen Fuchsbau, er führt durch historische Bausubstanzen und endet mit einem Spaziergang in die ‚Oberstadt'. Er ist ein Ort für Kunstinteressierte, neugierige Stadt-Gucker und KulturtouristInnen..
Diese besonderen Erlebnisqualitäten sind Konzept. Der Höhenrausch mit seinem ungewöhnlichen Angebot spiegelt einen Trend in der Stadtentwicklung, der sich von einem klar trennenden Zonen-Konzept verabschiedet und die Nutzungsmöglichkeiten öffentlicher Räume stärker durchmischt ("shared city"). Erfolgreiche Kunstausstellungen wie die heurige Documenta mit ihrem Schwerpunkt in der "Karlsaue" - knüpfen daran an und verlassen mit temporären Kunstinstallationen den Schutzraum des Museums.

  • Das zentrale Merkmal des Höhenrausch ist der Dachparcours, der 2013 mit überraschenden architektonischen Elementen neu gestaltet wird.
  • Der Weg über die Dächer wird um eine vertikale Achse erweitert. Es werden unterschiedliche Türme errichtet, die als "Ensemble" miteinander in Beziehung treten. Die bestehenden Kirchtürme und die Wassertürme der Berliner Künstler Köbberling/Kaltwasser werden ebenfalls integriert.
  • An zentraler Stelle zwischen den beiden Oberdecks des Parkhauses wird ein ca. 30 Meter hoher "Aussichtsturm" stehen, der als Zeichen nach Außen wirkt und begehbar ist.
  • Teil des Ensembles werden Künstlertürme. Für eine Konzeptentwicklung wurde u. a. der Taiwanesische Künstler Wen Chih Wang eingeladen, der 2009 einen eindrücklichen Pagodenturm aus Bambus für das nicht realisierte Projekt "Der heilige Berg" vorgeschlagen hat. Ein bereits fixiertes künstlerisches Turmobjekt ist der "Sprungturm" des Schweizer Künstlerduos Lang/Baumann, der seine Schärfe durch die unmögliche Position gewinnt.
  • Dem "Aufstieg" kommt damit im körperlichen und im übertragenen Sinn erhöhte Bedeutung zu. In einem eigenen "Turmzimmer" werden Aspekte des Themas kulturgeschichtlich untersucht (Konzept: Professor Thomas Macho).
  • Für das Konzept des Turmensembles konnte neben Architekt Peter Riepl der internationale Städteplaner Raoul Bunschoten gewonnen werden (Professor an der TU Berlin). Fragen der urbanen Entwicklung und des Vermittlungs-potentials von Ausstellungsformaten wie Höhenrausch sollen in einer begleitenden Tagung diskutiert werden.
  • Für das Parkdeck 14 wird gemeinsam mit der Abteilung Gesundheit ein ungewöhnliches Kinder- und Jugendprogramm erarbeitet, das mit kreativen und künstlerischen Mitteln das Thema Bewegung in den Mittelpunkt stellt.

2. Kunstvermittlung auf hohem Niveau: Biennale Cuvée als Teil des Höhenrausch

"Biennale Cuvée 2012" findet zum vierten Mal statt. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Kunstprojekten der wichtigsten Biennalen aus den letzten zwei Jahren, von Venedig bis Sao Paulo. Biennalen gelten nach wie vor als wichtigstes Ausstellungsformat weltweit, ihre Popularität ist ungebrochen. Sie verstehen sich als 'zukunftsweisend' und sind Trendsetter im Bereich der Gegenwartskunst. Sie sind experimentierfreudiger als die verkaufsorientierten Kunstmessen und durch ihren Festivalcharakter richten sie sich an ein Massenpublikum. Präsentiert werden big names ebenso wie junge KünstlerInnen. Mit ihrem globalen Anspruch und der starken Präsenz in Asien und Südamerika bieten sie die Chance, interessante Kunstszenen abseits einer eurozentristischen Perspektive zu entdecken.

  • Um diesen richtungsweisenden Kunstwerken der Gegenwart das bestmögliche Vermittlungspodium zu bieten, wird Biennale Cuvée in den Höhenrausch als große "Aufstiegs-Ausstellung" im OK integriert. Damit wird gleichzeitig der Kunstaspekt des Höhenrausches als impulsgebender Ansatz betont.

3. Kinoschwerpunkt im OK

Expanded Cinema
Im Februar startet eine Ausstellungsserie unter dem Titel "Expanded Cinema", welche die schmal gewordene Grenze zwischen Medienkunst, Installation und Kinoscreening auslotet. Eingeladen werden internationale MedienkünstlerInnen, die sich in diesem Graubereich bewegen und in einem installativen Film-Settting den Großen Saal bespielen. In Kooperation mit dem Moviemento wird damit vorübergehend ein vierter, experimenteller Kinosaal im OK eröffnet.

Fliegende Projektionen zu Crossing Europe
Zum 10 jährigen Jubiläum von Crossing Europe steuert das OK "fliegende" Projektionen von Ella Raidl auf dem OK Platz bei. Der spanische Künstler Juan Lopez projiziert filmische Graffitis auf Glasflächen und die Torbögen der Innenhöfe.

Omer Fast zeigt seinen Documenta-Film
Der israelische Künstler Omer Fast zeigt seine neue Doku/Ficition über Afghanistan-Heimkehrer, die mit Erfolg auf der Documenta gezeigt vom OK mitproduziert wurde. Sie ist mit anderen Filminstallationen des Künstlers als "OK Residecy-Beitrag" beim Festival Crossing Europe zu sehen.


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