Mirador 06 - Medienkunst aus Spanien


Pressemitteilung vom:
24. April 2006

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Mirador 06
Medienkunst aus Spanien

Presseinformation vom: 24.04.2006

Datum: 25.04.2006 - 14.05.2006

Eröffnung: 25.04.2006 - 18:00 Uhr

Kuratoren: Martin Sturm, Genoveva Rückert
Künstler: Pilar Albarracín, Martí Anson, Julia Montilla Campillo, Fernando Sánchez Castillo, Carles Congost, Jon Mikel Euba, David Bestué & Marc Vives, Iratxe Jaio, Adrià Julià Juan López, Joan Morey, Mabel Palacín, Sergio Prego, Mireia Sallarès
Im Crossing Europe Filmprogramm: Sally Gutiérrez, María Ruido

Jung – cineastisch – politisch: Erstmals in Österreich bietet das O.K einen aktuellen Ausblick – einen Mirador 06 – auf die spanische Medienkunst-Szene. Eine Ausstellung abseits bekannter touristischer Klischees, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Film und Bildender Kunst.

15 Projekte spanischer KünstlerInnen werden als Film- oder Videoinstallationen präsentiert. Ein Kurzfilmprogramm im Rahmen des Filmfestivals Crossing Europe rundet die Präsentation ab.

Die Ausstellung nähert sich dem aktuellen Kunstschaffen in Spanien von zwei Seiten. Zum einen über einen cineastischen Zugang, der die zeitgenössische Sprache von Film- und Videokunst ins Zentrum rückt. Beeindruckt von der ästhetischen Sprache und der Professionalität mit der die meist in Video gedrehten Medienproduktionen umgesetzt sind, spiegelt die Auswahl auch die vielfältigen medialen Bezüge, die von Film und Fernsehen bis zum Videoclip reichen.
Zum anderen durch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der „spanischen Nation“, wobei die regional geprägten Konflikte und Themen, aber auch Phänomene der Jugendkultur reflektiert werden.
Die Auswahl der KünstlerInnen markiert also nicht nur unterschiedliche künstlerische Schwerpunkte, sondern zeigt auch ein spezifisches politisch-kulturelles Problem auf: Die starke Profilierung und Abgrenzung der einzelnen spanischen Regionen.

Unterstützt wurde das O.K von drei dynamischen spanischen Kunst-Institutionen und ihren KuratorInnen: La Casa Encendida, Madrid (Maria Del Rocio Gracia Ipiña & Ignacio Cabrero Rodríguez), Centre d’Art Santa Monica, Barcelaona (Ferran Barenblit) und Sala Recalde, Bilbao & Frankfurter Kunstverein (Chus Martínez).


Jon Mikel Euba

One Minute, 2004

Zweikanal-Videoinstallation

In One Minute, 2004 setzt sich Jon Mikel Euba mit ausdrucksstarken Köper-Posen und Gesten bekannter Pop-Ikonen auseinander und stellt diese mit Jugendlichen nach.
Ausgehend von bearbeiteten Bildern aus seinem persönlichen Archiv von Filmstills, Sätzen und gefundenen Passagen generiert er in seinen Arbeiten, die auf Video, Zeichnung und Sprache basieren, neue Verhaltensmuster: In diesem Fall sind es Jugendliche, die sich die Körpersprache der Stars zu eigen machen und – durchaus ironisch gebrochen – mit neuem Leben erfüllen.
Die Arbeit entstand in unterschiedlichen Versionen: im Baskenland, für die Busan Biennale in Korea und zuletzt für die Biennale in Istanbul. Die Jugendlichen wurden zunächst von Euba über Bilder in die Gesten eingeführt, um sie dann in absoluter Stille selbst nachzustellen. Die im O.K gezeigte Installation stellt eine Zusammenfassung der bisherigen Versionen dar: Aufnahmen aus Neka in Spanien werden solchen von Busan gegenübergestellt.

Jon Mikel Euba, 1967 geboren in Bilbao, lebt und arbeitet dort


Sergio Prego

Cowboy Inertia Creeps, 2003

Videoinstallation

Sergio Prego arbeitet mit einer alten „fotografischen“ Trickfilmtechnik und setzt Einzelbilder zu phantastischen Animationen zusammen: In der im O.K gezeigten großformatig projizierten Videoinstallationen Cowboy Inertia Creeps, 2003 flitzt eine Figur entlang von Beton-Leitwänden quer durch eine Stadt. Wie in vielen seiner Arbeiten geht es ihm um die Beziehung des menschlichen Körpers mit dem umgebenden physischen und architektonischen Raum. Dabei spielt auch der Sound eine wichtige Rolle: Die Bild-Bewegung wird durch minimalistische Klangpartikel leitmotivisch strukturiert. Die Arbeit, die auch 2003 auf der Biennale Venedig zu sehen war, ist eine digitale Zusammenstellung und Animation einer Serie von Fotografien. Durch die mit mehreren Kameras parallel aufgezeichneten Bewegungsabläufe entstehen die für Prego charakteristischen „flüssigen“ Bewegungen, die allen zeitlichen und physikalischen Gesetzen widersprechen.

Sergio Prego, 1969 geboren in San Sebastián, lebt und arbeitet in New York


Iratxe Jaio

A twenty-four hours a day revolution, 2002

Video, spanische OF mit englischen UT

Beispielhaft für die zahlreichen regionalen Konflikte taucht der spanisch-baskische in mehren Arbeiten auf. Iratxe Jaio befragt baskische AktivistInnen wie weit sie für ihre Ideale gehen würden. Die unterschiedlichen Haltungen gibt sie in berührenden Porträts von drei weiß maskierten Jugendlichen in A twenty-four hours a day revolution, 2002 wieder, wobei sich die Kamera ganz auf die sprechenden Köpfe – „talking heads“ – konzentriert.
Jaios Werk entzieht sich einer simplifizierenden Vorstellung von Aktivismus und Terrorismus. Sie interessiert sich für die, vom kulturellen Kontext und dem individuellen Hintergrund der ProtagonistInnen abhängige, Interpretation von Recht und Gerechtigkeit, Freiheit und Gewalt, Wünsche und Hoffnungen. www.parallelports.org

Iratxe Jaio, 1976 geboren im Baskenland, lebt und arbeitet in Rotterdam


Pilar Albarracín

Viva España / Long Live Spain, 2004

Videoperformance

Im Video Viva España / Long Live Spain, 2004 reproduziert Pilar Albarracín nationale Stereotypen: Eine Blaskapelle begleitet oder eher verfolgt die gelb bekleidete Künstlerin durch Madrid. Gespielt wird das bekannte gleichnamige spanische Volkslied aus den 1970er Jahren, der Leitslogan der offiziellen spanischen Tourismuswerbung.
In ihren Arbeiten verbindet Albarracin traditionelle und klischeehafte Bilder der spanischen Frau mit folkloristischen Elementen in künstlerischen Performances. Sie affirmiert und überträgt Stereotypen, deren Wurzeln bis zum Orientalismus von Bizets Carmen reichen und ihren Höhepunkt in der Vereinnahmung von Flamenco und andalusischer Kultur als ursprünglich „Spanisches“ im Franco-Regime fanden.

Pilar Albarracín, 1968 geboren Sevilla, Spain, lebt und arbeitet in Madrid


Fernando Sánchez Castillo

Gato Rico muere de un Ataque al

Corazón en Chicago / Rich Cat Dies of Heart Attack in Chicago, 2004

Videoperformance

Arquitectura para el Caballo, 2002

Fotografie

Fernando Sánchez Castillo beschäftigt sich mit der jüngsten Geschichte Spaniens, der Ära des Diktators Franco – ein Thema, das aufgrund des unvermittelten Übergangs zu einer demokratischen Staatsform unter denselben politischen Kräften erst langsam öffentlich aufgearbeitet wird.
In der Video-Performance Rich Cat Dies of Heart Attack in Chicago, 2004 lässt er ein Porträt von Franco, begleitet von klassischer Musik, malträtieren. Die einzelnen Attacken entwickeln eine unmittelbare Komik. Der skurile Titel ist eine Referenz auf eine Schlagzeile nach dem Staatsstreich im Dezember 1968 in Sao Paolo und verweist darauf, dass der Verlust der Freiheit rein durch die Zensur und das Absurde möglich ist. Die Arbeit liefert einen Kommentar zur symbolischen Kraft von Denkmälern, die eben „an Stelle von“ verehrt oder auch zerstört werden.
Die Fotografie eines Dressurpferdes stammt aus Arquitectura para el Caballo (Architektur für ein Pferd), 2002. Eine Arbeit, in der sich ein Reiter durch die in den 1970er Jahren erbaute Universität von Madrid bewegt. Das dabei entstandene Video verdeutlicht, dass in der Architektur das rasche Erobern des Gebäudes durch berittene Miliz mitkalkuliert wurde.

Fernando Sánchez Castillo, 1970 in Madrid geboren, lebt und arbeitet dort


Adrià Julià

La Villa Basque, Vernon, California, 2005

Zweikanal-Videoinstallation
4 Fotografien

Adrià Julià erstellt in seiner komplexen Arbeit La Villa Basque, Vernon, California, 2005 über ein Restaurant in einem kleinen Dorf in Kalifornien ein subtiles Porträt der baskischen Gemeinschaft dort.
Bestehend aus zwei ursprünglich in 16mm gedrehten Filmen und vier ausgewählten Fotografien zeichnet er in langsamen Schwenks durch den Raum und fotografischen Detailaufnahmen ein Bild mehrerer Generationen von Einwanderern nach. In der Gegenüberstellung mit einem „dantzari“, einem traditionellen baskischen Tänzer, führt uns eine weibliche Erzählerin in ihr Leben und die „große“ Zeit der Basken in diesem Ort ein. Die Geschichte des Restaurants, eines von vielen baskisch-amerikanisch geführten Lokalen, zeigt, wie Minderheiten mit ihren ursprünglichen Wurzeln und der neuen Kultur in der sie leben, arbeiten und ihre Kinder aufziehen, umgehen.

Adrià Julià, 1974 geboren in Barcelona, lebt und arbeitet in Los Angeles


Mabel Palacín

La Distancia Correcta / The Right Distance, 2002 - 2003

Zweikanal-Videoinstallation
Musik: Mark Cunningham & Silvia Mestres

In der Installation La Distancia Correcta / The right distance, 2002 - 2003 beschreibt Mabel Palacín eine Handlung die zwischen den beiden abgehängten Screens, dem Geschehen auf der Leinwand und einem ‚Film im Film‘ hin und her gleitet. Die handwerkliche Aktivität des Hauptdarstellers stellt sich dabei langsam als Bau eines Sprengkörpers heraus. Durch den Film im Hintergrund agiert er wie auf einer Bühne: Beim Basteln experimentiert er mit der Distanz zu den im Hintergrund projizierten Bildern, sucht je nach Kameraaufnahme mehr oder weniger Abstand zur Leinwand. In einer Art Lernprozess wird die Kamera zu einem Komplizen, der das Spiel begleitet: Tatsächlich ist es ein Spiel mit Erinnerung, da die Handlung mit der letzten Sequenz beginnt und die einzelnen Elemente erst zu einer Geschichte zusammengefügt werden müssen. Der Stereo-Soundtrack verbindet die bruchstückhafte Handlung und vermittelt zwischen Darsteller, Kamera und Leinwand. Palacin experimentiert mit einzelnen Elementen des Films, mit Figur und Set, Fiktion und Realität, Macher und Publikum.

Mabel Palacín, 1965 in Barcelona geboren, lebt und arbeitet dort


Joan Morey

NUEVA OLA o Desencert (A Time to Love and A Time to Die), 2004

Videoinstallation

Joan Morey übersetzt den 1990 entstandenen Film „Nouvelle Vague“ von Jean Luc Godard, indem er die gut 90 Minuten Handlung auf der visuellen Ebene durch neu gedrehtes Material ersetzt und auch die musikalischen Teile mit Stücken der Gruppe Bauhaus (1978 – 1983) unterlegt. Bis zu dieser Arbeit entstanden alle seine Werke unter dem Label STP („Soy Tu Puta“ – Ich bin Deine Hure) und verweisen auf ein zentrales Motiv – die Unterwerfung und Unterordnung und die damit verbundenen visuellen Strategien wie Markenpolitik, Mode oder Sado-Maso-Kultur.
Die Konzeption von NUEVA OLA o Desencert basiert auf den zwei Bedeutungen von „New Wave“ und ist damit eine selbst erzwungene Referenz an die französischen Filmbewegung der 1950er und -60er Jahre und den New Wave, unter dem von Synthpop, Punk über Gothik bis zum Mainstream Pop musikalische Strömungen von den 1970ern bis 1990er subsummiert werden. Das Werk bleibt ebenso verrätselt und offen in seiner narrativen Struktur wie der Ausgangsfilm, der einen sich und seiner Umwelt entfremdeten Menschen zeigt (– ein modernes Tristan und Isolde Motiv). Im O.K wird neben der 90´ Version eine Kurzversion mit engl. Untertiteln gezeigt.

Joan Morey, 1972 geboren in Mallorca, lebt und arbeitet in Barcelona


Martí Anson

Walt & Travis. movie version, 2003
Walt & Travis. TV version, 2003

Martí Anson drehte die handlungslosen Szenen des Roadmovies „Paris, Texas“ von Wim Wenders in Video nach. Die so entstandenen knapp 20 Minuten der so genannten „Cinema-Version“ von Walt & Travis, 2003 stellt er einer TV-Version gegenüber, die durch amerikanische Werbespots auf das übliche 33´ Format erweitert wurde. Die beiden Videos werden auch jeweils medienspezifisch gezeigt – die Kinoversion projiziert und die TV-Version auf Monitor – und verdeutlichen so die Unterschiede und Qualitäten der Formate. Die beiden Versionen, die im Rahmen eines Amerika-Aufenthaltes entstanden, legt er räumlich auseinander. Wie in vielen seiner Rauminstallationen geht es Martí Anson um die Wahrnehmung von Zeit und räumlicher Strukturen. Er überträgt diesen Ansatz in eine Auseinandersetzung mit dem Cinematischen und insbesondere mit dem Genre des Roadmovies.

Martí Anson, 1967 geboren in Mataró, lebt und arbeitet in Barcelona


Juan López

New GRECAS Specific Project, 2006

Videoinstallation, Wandzeichnung mit Klebefolien
Musik: Las Grecas "Te estoy amando locamente",
performed by rouner seind (Jarno Bachheimer & Anselm Dürrschmid)
Produktion: O.K Centrum für Gegenwartskunst
www.rounerseind.com

Eine Erweiterung des Mediums Film sind die Wandarbeiten und Videoinstallationen von Juan López. Als Artist-in-Residence im O.K hat er für den großen Saal eine neue Arbeit entwickelt. Unter Bezugnahme auf die Geschichte des Gebäudes als Klosterschule der Ursulinen reanimiert er die Funktion des ursprünglichen Fest- und Veranstaltungsraums und verbindet Eindrücke, die er vom Haus gewonnen hat mit solchen, die seinen Aufenthalt in Linz geprägt haben. Wie in vielen seiner Arbeiten bezieht er sich auf popkulturelle Phänomene, wie die visuelle Sprache von Comics oder Musik: Ausgehend von einer spanischen Disco-Pop-Schnulze entstand in Kooperation mit der Gruppe rouner seind eine neue Version, die diese umgeben von jubelnden Fans performen. Wie in der Projektion der Band auf einer mit Klebefolie gestalteten Bühne verbinden sich in Lopez Arbeiten bewegte zeitbasierte Medien, mit dreidimensionalen Elementen im Raum und perspektivischen Zeichnungen in Klebefolie in einer spielerischen Weise.

Juan López, 1979 geboren in Alto Mailaño, Kantabrien, lebt und arbeitet in Barcelona


Mireia Sallarès

Rendez-vous. Le "consolador" plus romantique, 2000

Videoinstallation

Mireia Sallarés nimmt in Ihrer Videoinstallation Rendez-vous. Le "consolador" plus romantique, 2000 sehr direkt Kontakt mit dem Publikum auf. Bezeichnend für Sallarès´ Arbeitsweise ist die Präsentation ihrer Videos in einem speziellen räumlichen Setting und die direkte Ansprache der BetrachterInnen.
In der im O.K gezeigten Installation stellt sie eine räumliche Atmosphäre zwischen Wohnzimmer und Bar her und lässt den Darsteller gekonnt eine Beziehung – eigentlich eine Anmache – zum Publikum aufbauen.

Mireia Sallarès, 1973 geboren in Barcelona, lebt und arbeitet dort


Julia Montilla Campillo

Heaven must send you, 2005
Golden Waves, 2001
Masti, 2005 - 2006

Charakteristisch für Julia Montilla Campillo sind filmische Miniaturen. In den kurzen Videos stellt sie nostalgische Tanzszenen des indischen oder amerikanischen Films nach und begegnet damit den visuellen Strategien der großen Filmindustrien ironisch. Ihre Arbeiten sind inspiriert vom Populären, den Massenmedien, der Videoclip-Ästhetik, den Medienbildern von Weiblichkeit und sozialen und kulturellen Konventionen.
Golden Waves, 2001 lehnt sich an klassische amerikanische Musicals an und re-kreiert den Charakter einer unsichtbaren Diva, die durch die Bewegung von drei Tänzern entsteht. Heaven must send you, 2005 bezieht sich auf die Musical-Filme Bollywoods der 1950er Jahre und zeigt sexuelle Andeutungen über subtile Metaphern von Sprache und Bewegung. Masti, 2005 - 2006 dagegen ist eine audiovisuelle Produktion, eine Geschichte über die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Frauen, in der indischer Tanz mit der westlichen Vorstellung davon verbunden wird.
http://www.juliamontilla.com

Julia Montilla Campillo, 1970 geboren in Barcelona, lebt und arbeitet dort


Carles Congost

UN MYSTIQUE DETERMINADO / A CERTAIN MYSTIQUE, 2003

Videoinstallation

Ein Unterthema und Bezugsfeld der Ausstellung ist die Pop- und Jugendkultur. UN MYSTIQUE DETERMINADO / A CERTAIN MYSTIQUE, 2003 von Carles Congost ist eine Pop-Oper über einen Fußballspieler. Congost karikiert über den Hauptdarsteller, der eigentlich lieber Künstler wäre, die Mechanismen der spanischen Kunstszene. Wie ein Musical gedreht, nimmt das Video gängige visuelle Muster der Fernsehästhetik auf um sie witzig und ironisch zu unterlaufen. Carles Congost ist in Spanien über eine Popband und sein Modedesign eine bekannte Figur und spielt auch mit Medienpräsenz und Bekanntheit in seinen Arbeiten. Seine hochprofessionell produzierten Videos und Fotografien sind immer gestellt, seine Protagonisten oft namhafte Schauspieler aus spanischen Soap-Operas oder etablierte Musiker. Sein Thema ist die Jugendkultur. Er erzählt Geschichten über die Pubertät als Zeit der Unsicherheit, Abhängigkeit und der Konflikte mit der älteren Generation und beschäftigt sich mit der visuellen und akustischen Sprache der Adoleszenz.

Carles Congost, 1970 geboren in Olot, lebt und arbeitet in Barcelona


David Bestué & Marc Vives

Acciones en casa, 2005

Video, spanische OF

Für einen äußerst spielerischen und experimentellen Zugang stehen David Bestué & Marc Vives, die zuletzt mit einem großen Preis für junge spanische Kunst ausgezeichneten wurden. In mehr als 80 Einzelepisoden führen sie witzige Aktionen in einer Wohnung (Acciones en casa, 2005) aus, die ‚dokumentarisch‘ abgefilmt werden. Der banale Lebensalltag des Wohnens, des Essens und des Schlafens wird auf kreative Weise umgedeutet, ironisiert und ins Absurde gewendet. So wird z.B. das Verrücken von Wohnzimmermöbel zu einer komplexen, mechanischen Aktion oder die Aufbewahrung von Lebensmittel zu einer kreativen Geheimwissenschaft. Auffällig ist dabei vor allem die ernsthafte Leichtigkeit, mit der die Künstler ihre Aktionen inszenieren.

David Bestué geboren 1980 & Marc Vives geboren 1989 beide in Barcelona, leben und arbeiten dort


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Fotos (außer anders angeben): Otto Saxinger