Klaviere und Klänge


Pressemitteilung vom:
9. November 2012

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Klaviere und Klänge

Das Eröffnungsjahr des OÖ Kulturquartiers steht ganz im Zeichen des Klaviers. Der "schwarze Ferrari" der Musikkultur verfügt über die wohl umfangreichste Notensammlung aller Instrumente und steht in einer komplexen historischen Tradition. "Aber nicht sein klassisches Klangbild ist unser Thema, sondern es geht um experimentelle "Untersuchungen an Flügeln", angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Klangraum und Installationskunst, zwischen Performance und Aktion, zwischen Konzertsaal, Kino und Kirche." - so Kurator Georg Nussbaumer

Do, 22.11.12 winter music (piano forte)
19.00 Uhr im Ursulinensaal

11 Klaviere – tobend laut und mucksmäuschen leise
Der Winterteil von "Achtundachtzig Klaviere - Untersuchungen an Flügeln" beginnt mit einem Konzertabend unter dem Titel winter music. Diese Benennung bezieht sich nicht nur auf die kommende Jahreszeit, sondern auch auf ein Werk von John Cage, d e s Musikerneuerers des 20 Jahrhunderts.

Die drei etwa 45 minütigen Konzertblöcke widmen sich drei zentralen Themen des Klavierbaus und der Klaviermusik: piano - forte - Repetition.
Alles technische "Fähigkeiten" des Klaviers, die es über Jahrhunderte zum wichtigsten Instrument werden ließen. Unter den Werken für ein bis 11 Klaviere, die den Raumklang des Ursulinensaals ausloten werden, finden sich neben Cages Klassikern Uraufführungen von Peter Ablinger und Arturas Bumsteinas für 6 Klaviere und Werke von Helmut Lachenmann, Roman Haubenstock-Ramati, Iannis Xenakis u.a.
Von Marc Sabat und Sam Ashley werden Stücke für 11 Klaviere erklingen. Eingebettet in diese Konzerte mit sehr leisen, wild lauten oder auf Wiederholung basierenden Kompositionen des 20 und 21 Jahrhunderts finden sich mit kleinen Einsprengseln von Chopin, Liszt und Scarlatti "Erinnerungen" an das 19te und 18te Jahrhundert.

So, 25.11.12 Tag der Tausend Finger
16.00 und 19.00 Uhr im Ursulinensaal

HERMANN NITSCH: NEUE Sinfonie für 100 PianistInnen an 33 Klavieren und 1 Synthesizer (UA), mit SchülerInnen und LehrerInnen des OÖ Landesmusikschulwerks
Dirigent: Peter Jan Marthé

Hermann Nitschs neue SINFONIE ist ein einzigartiges Vorhaben. Nitsch ist als Maler und Gesamtkünstler weltberühmt. Als Komponist gewaltiger Klangflächen und -türme ist er der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, sein rein musikalisches Werk (Orchester, Orgel, Streicher...) umfasst aber sage und schreibe 52 CDs.
Mit einer Besetzung von 100 PianistInnen hat er, der glühende Bruckner- und Skrjabinverehrer, sich auf eine ganz neue Klangwelt eingelassen.
Als Gesamtkünstler beherrscht er die Komposition abendfüllender und auch noch viel längerer Stücke, in denen sehr viele Mitwirkende als gleichberechtigte Individuen agieren und die gleichzeitig für das Publikum ein phantastisches Gesamterlebnis bieten.. Bei diesem Stück ist das besondere, dass das pianistische Können der SchülerInnen zweitrangig ist - es geht um das gemeinsame Erkunden des Klangraumes, um das Hören, um das sensible Entwickeln von an- und abschwellenden Klängen. Natürlich - sonst wäre es kein Nitsch - gibt es auch tobend laute Klangwände und Klangexplosionen.
Peter Jan Marthés Konzept für die Umsetzung der Partitur orientiert sich an Nitschs Anspruch, seine Kunst - in diesem Fall die Partitur - so zu gestalten, dass jeder Menschen mit seinen / ihren Fähigkeiten (als MusikerIn) vollwertig mitwirken kann.

Die OÖ Landesmusikschulen als breitenwirksamer Klangkörper
Die OÖ Landesmusikschulen haben bei diesem Konzert die Möglichkeit sich in ihrer Breite zu präsentieren. Der kompositorische Ansatz erzielt seine Qualität durch die Freude am gemeinsamen Spiel und einen ungewöhnlichen Klangkörper. Nicht nur die Virtuosen auf dem Klavier sind gefragt sondern auch die ambitionierten AnfängerInnen können teilnehmen Ein Ansatz wie geschaffen für das Landesmusikschulwerk, das nicht nur Spitzenleistungen erzeugen will sondern auf musikalische Breitenwirkung angelegt ist.
Für die SchülerInnen und LehrerInnen liegt der besondere Reiz darüber hinaus darin, zwei Tage mit dem weltbekannten Künstler zu proben und zu verbringen und dabei an einer Musik, einem Klang mitzuwirken, der so noch nie zu hören war. "Es wird sicher eine besondere Erfahrung, die noch lange nachklingen wird" so Landesmusikdirektor Walter Rescheneder.

Beteiligte Musikschulen: Schwanenstadt, Altheim, Ottnang, St. Martin im Innkreis, Gaspoltshofen, Niederwladkirchen, Haslach, Frankenburg, Peuerbach, Natternbach, Wels, Leonding, Hellmonsödt, Gallneukirchen, Marchtrenk, Eferding Hartkirchen, Ohlsdorf, Perg

Wir haben noch Platz für 100 Finger!
Zehn "Nitsch-begeisterte" KlavierspielerInnen haben noch die Möglichkeit am Konzert mit zu wirken. Interessierte melden sich bitte bei: Enable JavaScript to view protected content.

Fr., 23.11.2012,
HN HERMANN NITSCH
Dokumentarfilm über Hermann Nitsch von Daniela Ambrosoli
, 2009 Schweiz (Vertrieb polyfilm video, Wien)
17.00 Uhr, Moviemento
http://www.hn-movie.org

Der Film zeigt Nitsch in bisher nicht dargestellter Weise und ist das intime Porträt eines Künstlers wie auch eines außergewöhnlichen Menschen.

Georg Nussbaumer, Kurator

1964 in Linz geboren, lebt in Wien.
Nussbaumer arbeitet als Komponist und Installationskünstler im Kongruenzbereich von Musik – Klangkunst – Installation.
Projekte bei: Bregenzer Festspiele, Donaueschinger Musiktage, Nationaltheater Mannheim, Maerzmusik - Berliner Festspiele, Kunstfestspiele Herrenhausen, Kunsthaus Bregenz, Happy Days Oslo, 18th street arts complex Santa Monica, Cooper Union New York, Tanzquartier Wien, Wien Modern, Steirischer Herbst, radialsystem Berlin, Opera Dagen Rotterdam, Akademie der Künste Berlin,

Zuletzt entstanden Arbeiten für den öffentlichen Raum wie etwa Organopolis (drei Abende für sieben in einen Park übertragene Kirchenorgeln in Vilnius 2009), Barkarola (sechs horchende und eine Woche lang durch Łódź wandernde Flügel 2009) und die viertägige, sich über 32 Kilometer erstreckende Passagenoper Invisible Siegfrieds Marching Sunset Boulevard (Ring Festival Los Angeles 2010).

Artist in residence u.a. der Villa Aurora Los Angeles 2004.
Landeskulturpreisträger Musik des Landes OÖ 2010.

Mit dem OK verbindet Nussbaumer eine langjährige Zusammenarbeit. Neben Ausstellungsbeteiligungen an kraft des Materials 1992, ATLAS/mapping 1997 und Das Rauschen der Worte 2005 initiierte er das Musikprojekt zur Kunst der Klangzucht 1994. 2002 zeigte das O.K seine Operninstallation parsifalsurvivaltrail als Einzelausstellung.


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