Hubert Blanz - Level Five


Pressemitteilung vom:
28. Februar 2005

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O.K spektral
HUBERT BLANZ
Level Five

Presseinformation vom: 28.02.2005

Datum: 11.03.2005 - 17.04.2005

Eröffnung: 10.03.2005 - 19:00

Kurator: Roland Schöny

In urbane Zwischenwelten und an irreal anmutende Orte führt die künstlerische Arbeit von Hubert Blanz, dessen Medieninstallationen stets vor dem Erfahrungshintergrund seiner vielschichtigen Soundexperimente entstehen. Dabei interessiert ihn die extreme Künstlichkeit besonderer räumlicher Situationen, wie etwa öffentlich zugängliche Passagen, Warteräume oder Transitzonen, die der Anthropologe Marc Augé als „Nicht-Orte“ beschrieb. In der urbanen Welt angesiedelt, und dennoch exterritorial – auf spezielle menschliche Bedürfnisse wie Beschleunigung und Mobilität zugeschnitten, und dennoch artifiziell technoid.

Darüber hinaus generiert Blanz in seinen fotografischen Werken und Videoarbeiten virtuelle Architekturen und utopisch anmutende Stadtlandschaften von suggestiver Plastizität, deren visuelle Grundelemente der Mikrowelt von Elektronikbauteilen entstammen. Aus dem Rohmaterial von Leiterplatten und mit Schaltkreisen ausgestatteten Trägerelementen formt Hubert Blanz Raumkonstellationen, die begleitet von dramatischem elektronischem Sound mit der Kamera überflogen werden. Eine wie ein Filmszenario gestaltete Videoarbeit – „digital surroundings“ aus dem Jahr 2001 – beispielsweise hinterlässt den Eindruck eines hektisch dahinrasenden Helikopter-Flugs über eine futuristische Metropole.

Stets versucht Blanz Gefühle des Ausgesetztseins, der sozialen Destabilisierung oder der örtlich-räumlichen Entfremdung zu evozieren, wobei er sich auch real existierenden Architekturen annähert und deren Design als Basis für seine mehrteilige und begehbare Video-Sound-Installationen verwendet. In der für die Reihe O.K spektral konzipierten Installation „Level Five“ fokussiert Blanz die vereinsamt wirkenden Gänge in einem Krankenhauskomplex. Auf der Suche nach Räumen, welche die Parameter des Transfers, des Zwischenaufenthalts und der Wartezone repräsentieren, stieß er auf die Innenarchitektur des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Wien. Trotz des durchgehend farbigen Leitsystems erinnern dessen endlose Gänge an eine hermetische, von Orientierungslosigkeit, Isolation und immer wieder auch von Menschenleere geprägte Raumkonstellation.

Lediglich durch vereinzelt vorüber streichende schattenhafte Körper und die mit den Bild-Projektionen verschaltete Sound-Komposition wird der labyrinthisch wirkenden Visualisierung etwas Menschliches eingeschrieben. Konkrete Stimmen sind kaum hörbar. Vielmehr bilden Maschinengeräusche u.a. aus dem Operationssaal, Fahrstuhlansagen, Ventilatoren- und Atemgeräusche das psychosoziale Klangbild der Installation. Die einzelnen Soundpartikel werden in Harmonien und Akkorde übersetzt deren Tempo und Rhythmik annähernd der menschlichen Gehgeschwindigkeit entspricht. Die Kombination von bewegtem und statischem Bildmaterial verstärkt die räumliche Dimension dieser begehbaren Video-Soundinstallation.

Hubert Blanz, 1969 in Hindelang (DE) geboren, lebt und arbeitet in Wien; studierte u. a. Bildhauerei bei Brigitte Kowanz und Richard Deacon an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Bisher mehrere Stipendien, Auszeichnungen und Einzelausstellungen.


Pressefotos

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Fotos: Otto Saxinger