HÖHENRAUSCH.3: Die Kunst der Türme


Pressemitteilung vom:
13. Juni 2013

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HÖHENRAUSCH.3:
Die Kunst der Türme

Eröffnung: 13.06.2013
Ausstellung: 14. Juni – 13. Oktober 2013
Außenstelle: Power Tower Energie AG

Das Projekt wurde im Rahmen des Programms Regionale Wettbewerbsfähigkeit OÖ 2007 - 2013 aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie aus Mitteln des Landes OÖ gefördert.

2013 setzt das OÖ Kulturquartier ein deutliches Zeichen auf die Dächer von Linz. Der neue Höhenrausch.3 widmet sich der Kunst und den Türmen. "Wie seine Vorgängerprojekte ist er", so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, "ein Kulturvermittlungsprojekt, das anspruchsvolle Unterhaltung, ungewöhnliche Ausblicke und Kunst auf höchstem Niveau bietet. Wir wollen mit dieser Mischung neue Publikumsschichten für die Kunst gewinnen." Insgesamt sind 43 Künstlerinnen und Künstler aus 16 Nationen beteiligt.

Das zentrale Merkmal des HÖHENRAUSCH 2013 ist die Erweiterung des Dachparcours um eine vertikale Achse. Zu den Stegen setzen Türme architektonische Akzente. Fünf markante Türme sind als "Ensemble" über die Ausstellung verteilt:
Bereits am OK Platz begrüßen zwei moderne Energietürme, die durch eine Manipulation des Stahlskelettes eine skulpturale Qualität bekommen und zu ihren Füßen zum Verweilen einladen. Der 30 Meter hohe Oberösterreich Turm auf dem Liftkern des Parkhauses ist Wahrzeichen der Ausstellung und bietet überraschende Stadt-Blicke. Er ist ein lokaler Tannenholz-Turm, eine Kopie des "Alpenblick" bei Ulrichsberg an der tschechischen Grenze. Der Rundweg führt weiter zum 13 Meter hohen Sprungturm der Schweizer Künstlerpaares Lang/Baumann, der sich an exponierter Stelle seinem eigentlichen Gebrauch entzieht und sich in ein irritierend-elegantes Ausstellungsobjekt verwandelt.

Hoch über der Landstraße hat der Künstler Wen-Chih Wang mit seinen taiwanesischen Kollegen eine begehbare Bambuskuppel in tagelanger Handarbeit geflochten. Während unter Tags im Inneren eine kontemplative Stimmung durch das einfallende Tageslicht entsteht, leuchtet sie in der Nacht wie ein Edelstein. Dieses fremde Objekt korrespondiert mit den mächtigen Türmen der Ursulinenkirche, die wie in den vergangenen Jahren in den Rundgang integriert sind.

Ein Aufstieg durch die Kunst

Der Aufstieg zum Höhenrausch bietet nicht nur körperliche, sondern vor allem geistige Herausforderungen. Der Weg hinauf verzweigt sich durch das OK und führt vorbei an über 19 herausragenden Beispielen internationaler Gegenwartskunst, die wir auf den wichtigsten Biennalen weltweit, von Venedig bis Sao Paulo "eingesammelt" und zu einem Cuvée zusammengestellt haben. Die Auswahl reicht von der Entdeckung des jungen Kubanischen Künstlers Hander Lara, der mit seiner Arbeit Building Illusions zum ersten Mal in Österreich ausstellt, bis zur renommierten österreichischen Pionierin der Konzeptkunst VALIE EXPORT, die einen Turm aus 104 Kalaschnikows zeigt.

Der kulturhistorische Blick auf die Türme

Der Kulturwissenschaftler Thomas Macho wirft einen kulturhistorischen Blick auf die Türme, auf die Geschichten und Mythen von ihrem Aufstieg und Fall, aber auch auf die unwiderstehliche, zauberische Anziehungskraft der Höhe.
Die Kulturgeschichte der Türme wird in mehreren Dimensionen entfaltet:

Ein Quartett-Spiel mit begleitendem Booklet präsentiert 32 besondere Türme in ungewohnter Zusammenstellung. In einem eigenen "Turmzimmer" wird der Babelmythos und seine Wirkungsgeschichte dargestellt und auf dem Oberösterreich-Turm gibt es ungewohnte Ausblicke auf Türme, die wir alle kennen.

Kunst und Wirtschaft

Die Partnerschaft mit Wirtschaftsbetrieben ist für ein Großprojekt dieser Dimension essentiell und geht über reine Werbepartnerschaften hinaus. So hat die Energie AG mit handwerklichem Bravour, unterstützt von der voestalpine AG, zwei abgebaute eigene Strommasten zu einer 30 Meter hohen Skulptur ‚geknickt' und auf dem OK Platz montiert. Die Dachlandschaft des Cityparkhauses und des Passage Linz wird von der RealTreuhand bzw. der Raiffeisenlandesbank zur Verfügung gestellt. Ebenfalls über das Objekt selbst lässt sich eine Verbindung zwischen dem Sprungturm des Schweizer Künstlerpaares Lang/Baumann und dem Sponsor Linz AG mit seinem Parkbad herstellen (das übrigens in Sichtweite vom Oberösterreichturm liegt). Der Oberösterreichturm schließlich entstand unter wesentlicher Patronanz der Oberösterreichischen Versicherung. Kleine Hinweise und spielerische Projekte machen die Kooperation auf den 144 Stufen sichtbar.

Dr. Leo Windtner
Generaldirektor Energie AG

Nachhaltiges Kultur-Engagement der Energie AG mit Preisen und Stipendien für Nachwuchskünstler
Die Verbindung zur Kunst hat in der Energie AG eine lange Tradition. Nach der anfänglichen Unterstützung für einzelne Künstler hat sich das Kunst- und Kulturengagement des Unternehmens bis heute grundlegend geändert: Die Energie AG zählt zu den bedeutendsten Unterstützern und Förderern von Kunst und Kultur in Oberösterreich und engagiert sich mittlerweile auch in der direkten Kunstförderung. "Wir versuchen die spannende Brücke von der Technik zur Kunst schlagen", beschreibt Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner das Kunstengagement, das mittlerweile gelebter Teil der Firmenphilosophie ist.

Mag. Alois Froschauer
Generaldirektor LINZ AG

Auch dieses Jahr ist die LINZ AG als Partner beim dritten Höhenrausch mit dabei. Neben der technischen Unterstützung in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung stehen unsere Trinkwasserbrunnen für die BesucherInnen am Ausstellungsgelände bereit. Wesentlich ist aber auch der inhaltliche Zusammenhang, bei der "Diving Platform" von Lang/Baumann und der tänzerischen Lichtinstallation "Samani" von Olaf Nicolai.
Es freut uns, tolle gemeinsame Angebote für die BesucherInnen zu schaffen. Mit einem Höhenrauschticket erhält man 50 % Rabatt in den LINZ AG-Freibädern und im Rahmen eines Gewinnspieles kann man das höchste Bauwerk Oberösterreichs, den Fernheizkamin unseres Versorgungskraftwerkes (ca. 170 Meter!!!), besuchen.

Dr. Josef Stockinger
Generaldirektor Oberösterreichische Versicherung AG

"Als oberösterreichischer Leitbetrieb und Versicherungspartner des Landes Oberösterreich ist es uns eine besondere Freude, dieses Vorzeigeprojekt in seiner bereits dritten Auflage als "Oberösterreich-Turm" mit dem "Keine Sorgen Aufstieg" zu unterstützen.
Die Kultur als Teil der Erfolgsgeschichte dieses Landes nimmt neben dem Sport und Karitativem traditionell einen festen Platz in der Sponsoring-Strategie der Oberösterreichischen Versicherung ein. Turm und Aufstieg sollen aber auch ein Sinnbild für die gute Entwicklung des ältesten und stärksten Regionalversicherer Österreichs sein.
Mit dem atemberaubenden Ausblick vom neuen "Oberösterreich-Turm" wollen wir uns bei unseren Kunden sehr herzlich bedanken.
Besonders freut uns, dass mit der dritten Auflage dieses Kunstprojektes auch eine verbindende Klammer mit dem Linzer Dom als höchstem "Turm" der Landeshauptstadt geschaffen wurde und jeder Ausstellungsbesucher spielerisch einen kleinen Beitrag zu dessen Sanierung leisten kann", unterstreicht der Generaldirektor der Oberösterreichischen, Dr. Josef Stockinger.

Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner
Vorstandsdirektorin der Raiffeisenlandesbank OÖ

"Mit dem Höhenrausch hat das Kulturhauptstadtjahr 2009 nachhaltige Spuren in Linz hinterlassen. Das Erfolgskonzept über den Dächern von Linz geht heuer in die nächste Runde. Mit dem Oberösterreich-Turm haben die Organisatoren dem Projekt nicht nur ein neues Gesicht gegeben, sondern für die Landeshauptstadt auch ein zusätzliches, temporäres Wahrzeichen geschaffen. Ich bin überzeugt, dass der Höhenrausch.3 auch heuer eine Vielzahl an Touristen und Einheimischen anziehen wird. Als Raiffeisenlandesbank OÖ sind wir stolz, von Anfang an Partner dieses erfolgreichen Projektes zu sein und bedanken uns beim Team des OÖ Kulturquartiers für die hervorragende Zusammenarbeit. Wir freuen uns, mitwirken zu können, damit der Ruf von Linz als Kulturstadt nachhaltig gefestigt wird."

1. Österreichischer Bewegungszirkus (21. 6. – 28.9.)

Der "1. Österreichische Bewegungszirkus" schlägt im Sommer 2013 sein Zelt beim Höhenrausch, auf dem Parkdeck auf. Er ist ein theatrales Vermittlungsprojekt, das sich an Schulklassen, Kindergruppen und jugendliche BesucherInnen des HÖHENRAUSCH richtet.

Der Bewegungszirkus ist Teil der Präventionsoffensive 2013 von "Gesundes Oberösterreich". Kinder sollen durch ein phantasieanregendes, kreatives Setting, durch aktive Teilnahme an einer medial inszenierten Geschichte zur Freude an der Bewegung verführt werden.
Für das Gesamtkonzept zeichnet sich Stephan Rabl verantwortlich.
Pressevorführung: Fr. 21.6. 2013, 10.30 Uhr

Außenstelle PowerTower Energie AG Die Kunst der Türme
Eröffnung: 19. Juni 2013 19.00, Dauer: 20. Juni–8. September

Neben den Energietürmen am OK Platz wird die erfolgreiche Kooperation zwischen der Energie AG und dem OÖ Kulturquartier mit einer Ausstellung in der Konzernzentrale weitergeführt:
Die Schau vereint Werke aus der Sammlung der Energie AG, Arbeiten der Fotogruppe der Energie AG und internationale Künstler. Sie wird am 19. Juni eröffnet und in einer eigenen Presseführung am Mi 19.6. um 12.00 Uhr vorgestellt.

Kuratorenteam:
Genoveva Rückert, Martin Sturm
Architektur: Riepl/Riepl Architekten, Raoul Bunschoten
Außenstelle Power Tower: Franz Prieler
Kulturwissenschaftlicher Ausstellungsteil: Thomas Macho
Künstlerische Beratung: Rainer Zendron

Ausstellung: 14. Juni – 13. Oktober 2013
Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 21.00 Uhr
Führungsanmeldung: Enable JavaScript to view protected content.; 0732.784178-52555

HÖHENRAUSCH.3 // BIENNALE CUVEE Kunstprojekte:

1.
Energietürme, 2013

Der diesjährige Höhenrausch.3 – Die Kunst der Türme ist als Quartett der Türme angelegt: Ein Oberösterreich-Turm ragt als Wahrzeichen hoch hinaus und zeigt uns beim Aufstieg überraschende Linz-Blicke. Er ist ein Bauwerk aus Tannenholz. Ein lokaler Turm – eine Kopie des Alpenblicks, der bei Ulrichsberg an der tschechischen Grenze steht. Weiter in Richtung Landstraße befindet sich ein fremder Turm: eine gewaltige Bambuskonstruktion mit einem lichtdurchfluteten Innenraum, der in der Nacht wie ein Ufo leuchtet. Beide Türme treten in Dialog mit den sakralen Türmen der Ursulinenkirche. Auf dem OK Platz stehen nützliche Türme: zwei 30 Meter hohe Strommasten der Energie AG. Strommasten stehen als mächtige Zeichen für Energieübertragung in der Landschaft. Die Versetzung in die Stadt und der Eingriff in das Stahlskelett verwandeln die Energieträger in "Skulpturen", die zu ihren Füßen zum Verweilen einladen.

Stahlkonstruktion, 13,22 x 12,22 x 29 m
Planung & Gestaltung: Riepl Riepl Architekten, Linz
Umsetzung: Energie AG Oberösterreich, Gebrüder RESCH GmbH, OK Produktion
Auftragsarbeit: OÖ Kulturquartier, mit der Unterstützung von Energie AG Oberösterreich, voestalpine AG

2.
Andrew Esiebo
Alter Gogo, 2010

Andrew Esiebo dokumentiert in seinen Fotografien den gesellschaftlichen Wandel seiner Heimat Nigeria. Alter Gogo zeigt eine Gruppe von Großmüttern, die Mitglieder des Gogo-Getters-Football-Clubs in Orange Farm, Südafrika, sind. Für sie ist das Fußballspielen mehr als nur eine Freizeitaktivität. Es hat tiefgreifende Auswirkungen auf ihre gesellschaftliche Position, da es ihnen ein Ausbrechen aus den starren sozialen Rollenbildern erlaubt – zumindest für die Dauer des Spiels.

Zehnteilige Fotoserie, Digitaldrucke, je 117 x 83 cm

11th Havana Biennial 2012
Andrew Esiebo* 1978 in Lagos / NG, lebt und arbeitet in Lagos / NG.
www.andrewesiebo.com

3.
Olaf Nicolai
Samani. Some Proposals to Answer Important Questions, 2008
[Einige Versuche, um wichtige Fragen zu beantworten]

Olaf Nicolai befasst sich in seinen Arbeiten mit Theorien aus Natur- und Geisteswissenschaften.
Seine Installation Samani. Some Proposals to Answer Important Questions liefert humorvoll einige Vorschlage, um wichtige Fragen zu beantworten. Bei Betreten des Raumes wird das tänzelnde Lichtspiel eines Scheinwerfers ausgelost.
Jeder Winkel, meint man, wird hier angestrahlt, damit jede wichtige Frage beleuchtet und die Reflexionen auf die Wand geworfen werden. Begleitet wird die rotierende Bewegung von einer "musikalischen Komposition, die durch die bizarren Geräusche der den Spot antreibenden Motoren entsteht", wie es Nicolai beschreibt.

Mixed Media Installation
Scheinwerfer, verspiegelte Metallsäule, Servo-Motoren, 400 x o 98 cm
Courtesy: Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin / DE
Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Collection

Busan Biennale 2012
Olaf Nicolai * 1962 in Halle / Saale / DE. Lives and works in Berlin / DE.
www.olafnicolai.com

4.
Hander Lara
Building Illusions (Illusionen bauen / Gebäude-Illusionen), 2012

Hander Laras Werke werfen einen seltsamen, surrealen Blick auf die uns wohlbekannte Welt. Im OK erschafft er eine Landschaft aus Baumwolltuch mit an Industriebauten erinnernden Objekten. Aus den Schornsteinen dieser "Fabriken" quillt derselbe weiße Stoff nun als Rauchwolke hervor. Dieses raffinierte Spiel mit Wirklichkeit und Illusion macht Laras humorvolle, aber auch kritische Haltung deutlich.

Installation, Stahl, Leintücher
Courtesy: the artist

11th Havana Biennial 2012
Hander Lara* 1984 in Havanna / CU, lebt und arbeitet in Kuba / CU.
www.rainhadomartart.com

5.
Yto Barrada
The Smuggler (La contrebandiere) [Die Schmugglerin], 2006

Die Künstlerin Yto Barrada macht in ihren Dokumentationen Menschen sichtbar, die allzu oft als nicht vorzeigbar gelten. The Smuggler (La contrebandiere) zeigt eine ältere marokkanische Frau, die bereits seit 30 Jahren im Auftrag von marokkanischen Ladenbesitzern regelmäßig Stoffe, Kleidung und Markenwaren unter ihrer Djellaba versteckt und so von der spanischen Enklave, Ceuta, zurück nach Tangier schmuggelt. Barrada präsentiert diesen Prozess – eine von vielen Überlebensstrategien in einer Grenzstadt an den Toren Europas.

Video-Installation, Video, DVD, PAL, 4:3, Farbe, ohne Ton, 11', Loop
Courtesy: the artist

54th International Art Exhibition – 54th Venice Biennale 2011
Yto Barrada* 1971 in Paris / FR. Lebt und arbeitet in Paris / FR und Tanger / MA.
www.galeriepolaris.com;
www.sfeir-semler.com;
www.pacegallery.com/london

6.
Eduardo Basualdo
Salon Fumador (Raucherraum), 2012/2013

Eduardo Basualdo schafft poetische Rauminstallationen, in denen der Fokus auf einen bestimmten Moment gelegt wird. Durch das Mittel der Wiederholung wird dieser gleichsam "eingefroren". Dies geschieht mit minimalen Mitteln wie Licht und Bewegung und verwandelt die ganze Szenerie: Eine große Glasscheibe teilt den Raum bis auf einen schmalen Durchgang ab. Eine stetig an die Scheibe klopfende Glühbirne erzeugt ein dynamisches Schattenbild von einer sich kurz öffnenden Türe an der Wand. Das "Dazwischen" wird sichtbar. Es geht wie in vielen von Basualdos irritierenden, fragilen "Situationen" um Wahrnehmungsphänomene, um den schmalen Zwischenraum zwischen Realität und Unterbewusstem.

Installation, Glaswand, Glühbirne, Motorsteuerung
Courtesy: the artist

1st Montevideo Biennial 2012/13
Eduardo Basualdo* 1977 in Buenos Aires / AR. Lebt und arbeitet in Buenos Aires / AR.
www.psm-gallery.com

7.
Cinthia Marcelle
Fonte 193 (Fontane 193), 2007

Video, Farbe, Ton, 5'40'', Loop
475 Volver (Zu sich kommen), 2009
Video, Farbe, Ton, 8'11'', Loop; Coproduced by Katasia films / BR
Cruzada (Kreuzzug), 2010
Video, Farbe, Ton, 8'36'', Loop; Coproduced by Katasia films / BR
Courtesy: Sprovieri Gallery / GB

Cinthia Marcelle verwendet das Medium Film, um Erfahrungen im öffentlichen Raum zu erforschen. Alltägliche Begebenheiten verwandeln sich in poetische Ereignisse. Die hier gezeigte Trilogie von "Video-Performances" beschäftigt sich mit Ursprung, Zeit und Zivilisation: Der Ursprung des Kreises entsteht in Fonte 193 durch die Fontane eines Runden fahrenden Feuerwehrautos. In 475 Volver erzeugt ein unablässig schaufelnder Bagger eine liegende Acht als Sinnbild für Unendlichkeit. In Cruzada bewegen sich vier Musikgruppen wild durcheinander spielend aufeinander zu, um nach ihrer Begegnung auf einer Kreuzung in Harmonie auseinander zu gehen.

54th International Art Exhibition – 54th Venice Biennale 2011
Cinthia Marcelle* 1974 in Belo Horizonte / BR. Lebt und arbeitet in Belo Horizonte / BR.
www.sprovieri.com

8.
Lee Yongbaek
Angel Soldier [Engel Soldat], 2011

Der Künstler Lee Yongbaek thematisiert in seinen Arbeiten die historische, politische und gesellschaftliche Situation seiner Heimat. Mit ihnen setzt er auf humorvolle und unmissverständliche Weise einen Kontrapunkt zur allgegenwärtigen Kriegsgefahr in Korea. So verwandeln sich in Angel Soldier bewaffnete Soldaten, in einem Blütenmeer getarnt, zu Kampfern für Liebe und Frieden.

Video, Farbe, Ton, 23', Loop
Courtesy: Hakgojae Gallery / KR and the artist

54th International Art Exhibition – 54th Venice Biennale 2011
Lee Yongbaek* 1966 in Kimpo / KR. Lebt und arbeitet in Seoul / KR.
www.korean-pavilion.or.kr

9.
Ergun Köken
Bininbining Promised Land [Bininbining Gelobtes Land], 2009-2010

Kitschig-gemutlich gestaltet Ergun Köken die Settings, in denen er wenig beachtete Bevölkerungsgruppen vorstellt. Mit Interviews, Zeitschriften und Videos, die ihre Freizeitaktivitäten vermitteln, wirft er einen anderen Blick auf den Alltag von GastarbeiterInnen: Rund 30.000 philippinische Menschen leben zumeist als Pflegepersonal in Israel. Eine beliebte Freizeitaktivität ist der Schönheitswettbewerb Binibining Miss Pilipinas Israel, der zur finanziellen und emotionalen Unterstützung der Gemeinschaft beitragt. Auch Zeitschriften werden eigeninitiativ herausgebracht, in denen relevante Themen wie Arbeitsbedingungen, Fremdenpolizei –aber auch Religion behandelt werden.

Multi Media Installation
Bininbining Promised Land – Film, Video, 38', Loop
Interviews, Video: Marylou 25', James 18', Doda Lina 29', Loop
Poster, Möbel, Vorhang
Courtesy: the artist

La Triennale Paris 2012
Ergun Koken* 1976 in Istanbul / TR. Lebt und arbeitet in Istanbul / TR und Berlin / DE.
www.indexofworks.com

10.
Mona Vătămanu & Florin Tudor
Rite of Spring [Frühlingsritual], 2010

Das Künstlerpaar Mona Vătămanu und Florin Tudor greift in seiner Arbeit konsequent die Problematik postkommunistischer Veränderungen in Rumänien auf. Rite of Spring zeigt Rituale unter Kindern: Jedes Jahr wird lustvoll Pappelflaum angezündet, der sich am Straßenrand angesammelt hat. Ein spielerischer Akt, der Bilder des Protests mit dem Wunsch nach Erneuerung verbindet.

Video, DVD Pal / Super-8, Farbe, Ton, 7'51'', Loop
Courtesy: the artist

54th International Art Exhibition – 54th Venice Biennale 2011
Mona Vătămanu* 1968 in Constanţa / RO. Lebt und arbeitet in Bukarest / RO und Berlin / DE.
Florin Tudor* 1974 in Genf / CH. Lebt und arbeitet in Bukarest / RO und Berlin / DE.
www.monavatamanuflorintudor.ro

11.
Jota Izquierdo
Capitalismo Amarillo: Special Economic Zone
[Gelber Kapitalismus: Spezielle Okonomie-Zone], 2011-2012

Die Werke von Jota Izquierdo sind von sozialdokumentarischem Anspruch. Für Capitalismo amarillo – Special Economic Zone verfolgte er den Weg billiger, massenproduzierter Konsumguter von den einzelnen Straßenverkäufern Mexiko Citys und Valencias zurück zu den Großhändlern und schlussendlich zu den Erzeugern in der "Special Economic Zone" in Guangzhou, China. Seine Multi Media Installation besteht aus zwei Hauptteilen: Videos, die den internationalen Handelsprozess
dokumentieren und einer Sammlung von Objekten, die in China produziert und in Mexiko und Spanien verkauft werden.

Multi Media Installation, 6 Videos, Objekte, Holzkonstruktion, Folie
Courtesy: the artist

Manifesta 9 Genk 2012
Jota Izquierdo* 1972 in Castellon / ES. Lebt und arbeitet in Mexiko Stadt / MX.
www.capitalismoamarillo.net

12.
VALIE EXPORT
KALASHNIKOV, 2007

Die gebürtige Linzerin VALIE EXPORT ist eine der wichtigsten internationalen PionierInnen im Bereich konzeptuelle Medien, Performance- und Filmkunst. Ihr monumentaler Turm aus original Kalaschnikows, die auf der ganzen Welt bei kriegerischen Konflikten eingesetzt werden, ist ein Mahnmal gegen den Krieg – ein Mahnmal, nicht nur vergangener Ereignisse, sondern gegenwärtiger und zukünftiger. Die mit Altöl gefüllte Wanne verweist auf das kriegerische Potential des "flüssigen Goldes". Umgeben ist das Werk von Videobildern aus dem Internet, auf denen Hinrichtungen in China und Terroranschlage im Irak zu sehen sind – nur zwei von vielen denkbaren Beispielen für brutale Konflikte und Machtstrukturen.

Installation
108 russische Kalaschnikow-Sturmgewehre, Zinkblechwanne mit Altöl gefüllt,
380 x 400 x 400 cm
2 Videos: China, DVD, Farbe, ohne Ton, 1'33'', Loop / Irak, DVD, Farbe, ohne Ton, 51', Loop
Courtesy: Charim Galerie Wien / AT; c VALIE EXPORT / Im Besitz der Künstlerin

2nd Moscow Biennale 2007
VALIE EXPORT* 1940 in Linz / AT. Lebt und arbeitet in Wien / AT.
www.valieexport.com

13.
Turmzimmer

Der Aufstieg zum Dach führt durch ein Turmzimmer, das ebenso wie die anderen kulturhistorischen Elemente der Ausstellung Hohenrausch.3 – Die Kunst der Turme von dem Kulturhistoriker Thomas Macho, konzipiert wurde. Die kulturwissenschaftliche Konzentration auf Turme will den Bildern und Ideen folgen, den Erzählungen und Traumen, die sich in Bauwerken manifestiert haben: Mythen
von Aufstieg und Fall, von Tod und Wiedergeburt, von der unwiderstehlich zauberhaften Anziehungskraft der Vertikalen, der Hohe und Tiefe. Das Turmzimmer umfasst:

  • auf der Babelwand die Wirkungsgeschichte der Erzählung vom Turmbau zu Babel (Genesis 11, 1-9), vom mesopotamischen Stufentempel bis zur kulturellen Verarbeitung des Angriffs auf die Zwillingstürme des World Trade Center in New York am 11. September 2001, u.a. in Art Spiegelmans Comic Im Schatten keiner Turme;
  • im Karton-Kino von Tobias Putrih die künstlerische Found-Footage-Videoinstallation Anticipation von Karin Fisslthaler (zu Alfred Hitchcocks Vertigo);
  • und die Geschichten von beweglichen Türmen, Moving Towers, die Tobias Putrih gestaltet hat.

14.
Tobias Putrih
The Skin of the Invisible [Die Haut des Unsichtbaren], 2010/2013

Tobias Putrih stellt aus einfachen Materialien raumgreifende Strukturen her, die sich zwischen Architektur und Skulptur bewegen. Für die Biennale Sao Paulo hat sich Putrih mit dem vor Ort prägenden Architekten Oskar Niemeyer beschäftigt und gleichzeitig einen einzigartigen Kino-Raum geschaffen. Für den Hohenrausch.3 wurde The Skin of the Invisible durch kleine Skulpturen erweitert. Diese "Displays" versammeln Geschichten von bewegten Türmen: beginnend mit dem Obelisken in St. Peter zu Rom, über historische Belagerungsturme und das Theatro del Mundo des Architekten Aldo Rossi, bis hin zu den katalanischen Menschentürmen und schwankenden Minaretten.

Installation
Kinoraum aus Karton, Holzkonstruktion, Ca. 7,2 x 6,7 x 6,95 m

29th Bienal de São Paulo 2010
Tobias Putrih* 1972 in Kranj / SI. Lebt und arbeitet in Cambridge / US.
www.putrih.net

15.
Karin Fisslthaler
Anticipation [Vorausahnung/Antizipation], 2013

Im Turmkino zeigt die oberösterreichische Künstlerin Karin Fisslthaler ein neues Video aus vorgefundenem Filmmaterial ("found footage"): Sie hat Alfred Hitchcocks Film Vertigo* in einzelne Elemente zerlegt und neu montiert. Die erzählerischen Spiegelungen und Verdoppelungen in Vertigo werden in Fisslthalers Montage formal auf die filmische Sprache der Blicke und der Mimik übertragen. Spannungen und Ängste werden einzig durch Augenbewegungen angedeutet. Die übereinander gestellten Projektionsflächen und der hohe Innenraum verweisen auf den Turm als das imaginäre, vieldeutige, schwindelerregende Zentrum des Films.
*Vertigo (1958), [Schwindelgefühl] von Alfred Hitchcock. Der pensionierte Polizist Scottie Ferguson (James Stewart) verliebt sich in Madeleine Elster (Kim Novak). Er kann aber aufgrund seiner Höhenangst ihren scheinbaren Todessprung von einem Glockenturm nicht verhindern. Als er später Judy Barton begegnet, die Madeleine verblüffend ähnelt, versucht er sie zum Ebenbild seiner toten Geliebten umzuformen. Er erkennt ihre wahre Identität, zwingt sie, die vorgetäuschte Suizidszene nachzustellen, wobei er seine Höhenangst überwindet, die Frau aber in den Abgrund stürzt.

Video, Found-Footage, Hochformat; Farbe, Ton, 6', Loop

Karin Fisslthaler* 1981 in Oberndorf / AT. Lebt und arbeitet in Linz und Wien / AT.
www.karinfisslthaler.com

16.
ATELIER BOW-WOW / JP
Linz Super Branch, 2009 / 2011

Das japanische Architekturbüro Bow-Wow entwickelte 2009 mit dem Linz Super Branch die architektonische Erschließung der Dachlandschaft. Die grundsätzliche Idee war eine baum- und wurzelförmig wuchernde, organische Struktur, die sich ausbreitet, verzweigt, an die Umgebung anpasst, mit oder gegen sie weiterwächst. Dieser ursprünglichen Konzeption folgend, ist das modulare Stegsystem seitdem einem ständigen Wandel unterzogen und wird dieses Jahr auch vertikal um neue Wege erweitert.

Holzkonstruktion: Stiegen, Stege und Plattformen Kooperation mit Riepl Riepl Architekten
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus im OÖ Kulturquartier

Atelier Bow-Wow Architekturbüro, gegründet 1992 in Tokio / JP, geleitet von Yoshiharu
Tsukamoto *1965 in Kanagawa & Momoyo Kaijima *1969 in Tokio.
Konstruktionsskizzen von Masatoshi Hirai.
Riepl Riepl Architekten Architekturbüro, gegründet 1985 in Linz / AT. Geleitet von Peter Riepl
*1952 in Wels / AT & Gabriele Riepl *1954 in Linz / AT. Leben und arbeiten in Linz / AT

17.
Oberösterreichturm, 2013

Auf dem höchsten Punkt des Parkhauses ragt der Oberösterreich-Turm 31 Meter in die Höhe. Der lokale Turm des Höhenrausch.3-Turmquartetts ist eine Kopie des Alpenblicks an der tschechischen Grenze in Ulrichsberg. Die funktionale Architektur des "ländlichen" Aussichtsturms aus Tannenholz wird zum neuen, temporären Wahrzeichen der Stadt Linz. Kontrastierend zu diesem urbanen Umfeld stellt er den Werkstoff Holz zur Schau. Beim Aufstieg über sieben Plateaus öffnet sich der Stadtraum einer Inszenierung gleich. Fensterrahmen präsentieren ungewöhnliche Ansichten von Türmen,
die wir alle kennen, zusammengestellt von dem Kulturwissenschaftler Thomas Macho.
Den Weitblick widmet Ihnen die OÖ Versicherung.

Holzkonstruktion 10,42 x 8,08 x 30,31 m
Nachbildung des Aussichtsturmes Alpenblick in Ulrichsberg
Planung & Statik Alpenblick : Schindelar ZT GmbH
Oberösterreich Turm: Architektonische Adaptierung: Riepl Riepl Architekten, Linz
Statik (Einbindung in Bestand): Dipl. Ing. Harald Weiß
Umsetzung: Gebrüder RESCH GmbH
Auftragsarbeit: OÖ Kulturquartier mit der Unterstützung von OÖ Versicherung AG

18.
Lang/Baumann
Diving Platform [Sprungturm], 2005/2013

Auf der zentralen Plattform der Höhenrausch.3-Dachlandschaft erhebt sich ein rund 13 Meter hoher Sprungturm, doch niemand kann hier springen. Zwischen funktionalem Objekt und Skulptur angesiedelt, geht es um eine Art geistige Akrobatik, um die Vorstellung, wie es sein könnte hinaufzusteigen und die Aussicht zu genießen. Lang/ Baumann beziehen in ihren Arbeiten oft Elemente von Funktionalität, Gestaltung oder Architektur mit ein und erweitern vorhandene Situationen oder Räume um die Dimension der Poesie und Phantasie.

Installation, Stahlrohr mit Styroporschlaufe und Metallleiter lackiert, Sprungbrett,
4 x 1,8 x 13 m

Sabina Lang* 1972 in Bern / CH und Daniel Baumann* 1967 in San Francisco / US. Leben und
arbeiten seit 1990 in Burgdorf / CH.
langbaumann.com

19.
Wen-Chih Wang
Bamboo Cupula [Bambus-Kuppel], 2013

Verwandlungen des Raums bilden den Schwerpunkt in den Installationen des taiwanesischen Künstlers Wen-Chih Wang. Mit fantastischen Bauten aus Bambus und Rattan erweitert er die gegebenen architektonischen Strukturen. So wächst aus den Höhenrausch.3-Dachstegen ein 15 m hoher Turm aus Bambusgeflecht empor und lässt einen lichtdurchfluteten Raum entstehen, der zum Verweilen einlädt. Nachts ist der Bambusturm von innen beleuchtet und wird so auch im Dunkeln zu einem außergewöhnlich anmutenden Objekt im Stadtraum.

Installation, Turm 15 m, Bambus, Stahlkonstruktion

Wen-Chih Wang* 1959 in Chiayi / TW. Lebt und arbeitet in Chiayi / TW.
Lives and works in Chiayi / TW.
www.aaa.org.hk

20.
Kirchtürme
Ursulinenkirche Linz

Die Türme des spätbarocken Kirchenbaus prägen das Bild der Linzer Landstraße. Als sakrale Türme bilden sie den historischen Teil des Turmquartetts. Die Glocken verstummten im 1. Weltkrieg, weil sie zu Rüstungszwecken abgeliefert werden mussten. Im Jahr 2012 wurde der Nordturm der Ursulinenkirche durch spektakuläre Brückenbauten mit den Dachstegen verbunden und bietet seither eine einzigartige Aussicht auf die Linzer Innenstadt.
Der dem hl. Michael geweihte Kirchenbau wurde 1736 begonnen, 1757 eingeweiht und 1772 mit der Westfassade und den ca. 80 m hohen Türmen vollendet.
Architekt: Johann Haslinger
Die frühere Klosterkirche der Ursulinen dient seit der Restaurierung 1985 als Kunst-, Konzert-und als Gemeindekirche für das Forum St. Severin/Katholischer Akademikerverband der Diözese Linz.

21.
CONZETT, BRONZINI, GARTMANN / CH
Brücken im Himmel, 2011

Seit dem Jahr 2011 verbinden zwei spektakuläre Brücken das modular angelegte Stegsystem des Atelier Bow-Wow mit den Türmen der Ursulinenkirche: Die vom Schweizer Baukünstler Jürg Conzett nach Barockbauweise entwickelte Brückenkonstruktion eröffnet neue Perspektiven. Neben dem schwindelerregenden Gefühl, sich über den Dächern von Linz zu bewegen, ermöglichen es diese Brücken seither auch, die Türme der Ursulinenkirche aus nächster Nähe zu betrachten.

Zwei Brücken, Holzkonstruktion
in Kooperation mit Riepl Riepl Architekten, Linz
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus im OÖ Kulturquartier

Conzett, Bronzini, Gartmann AG Ingenieurbüro, gegründet 1992 in Chur / CH, geleitet von Jürg Conzett *1956, Schiers, Gianfranco Bronzini *1967, Brusio, Patrick Gartmann *1968, Tenna.

22., 23.
Folke Köbberling & Martin Kaltwasser
Wassertürme, 2012

Mit ihren temporären Installationen und Bauten nützen Folke Köbberling & Martin Kaltwasser den urbanen Raum als Aktionsfeld. Die dabei verwendeten Materialien gewinnen sie aus bereits vorhandenen Ressourcen: Weggeworfenem, Abfällen, Geschenktem. In diesem Sinne demontierten sie 2012 im Zuge der Sinnesrausch-Ausstellung Teile des Höhenrausch-Steges und bauten sie zu Wassertürmen um.

Installation, 2 Objekte, Holzkonstruktion aus vorhandenem Steg-Material

Folke Köbberling* 1969 in Kassel / DE und Martin Kaltwasser* 1965 in Münster / DE. Leben und arbeiten in Berlin / DE.
www.koebberlingkaltwasser.de

24.
Turmbaustelle
ein Projekt des Kunstvermittlungsteams

Die Turmbaustelle auf dem Dach bietet allen, die Spaß daran haben, die Möglichkeit, eigene Türme aus unterschiedlichsten Materialien und in verschiedenen Dimensionen zu bauen. Als Abschluss des Rundgangs über die Dächer oder als "Rast-Station" zwischendurch findet man hier genügend Raum zum Experimentieren und Verweilen.

25.
Bewegungszirkus

26.
Turmquartett

Die ungewöhnliche Publikation zu Höhenrausch.3 - Die Kunst der Turme hat der Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho konzipiert: Ein Quartett-Spiel mit begleitendem Booklet macht verschiedene Gestalten und Wahrnehmungsperspektiven der Türme sichtbar: mythische Türme, Türme im Wettstreit, Türme in der Kunst, Türme von innen, Turmbaustellen, Türme im Spiel, Zwillingstürme – und konfrontiert sie mit "unseren" Türmen. Die Publikation spiegelt aber auch den als Turmquartett angelegten Höhenrausch.3: mit seinen nützlichen (und zugleich verspielten) Energietürmen, mit dem "aussichtsreichen" Oberösterreichturm, einer exotisch wirkenden Bambus-Kuppel und den sakralen Türmen der Ursulinenkirche.

27.
Yinka Shonibare MBE
Odile and Odette, 2005

Die Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Filme und Performances von Yinka Shonibare MBE, thematisieren Kolonialismus und Postkolonialismus und hinterfragen, was unsere gegenwärtige kollektive Identität ausmacht. In Odile and Odette spiegeln eine schwarze und eine weiße Balletttänzerin nicht nur die dunkle und die helle Seite der gespaltenen Hauptfigur in Schwanensee, sondern auch rassische Stereotype. Auch hier transportiert der Stoff der Kostüme die Geschichte des Kolonialismus und erzählt von den komplexen Beziehungen Europas zu seinen Kolonien.

Video-Installation, HD-Video, Farbe,Ton, 14'28'', Loop
Edition von 6 + 2 Künstlerexemplaren
Courtesy: Stephen Friedman Gallery / GB and the artist

Liverpool Biennial 2012
Yinka Shonibare MBE (Member of the Order of the British Empire)* 1962 London / UK.
Lebt und arbeitet in London / UK.
www.stephenfriedman.com

28.
Mikhail Karikis
Sounds from Beneath [Klange von Unten], 2010-2012

Mikhail Karikis und UIriel Orlow vereinen in ihrem gemeinsamen Projekt Sounds from Beneath ihre jeweiligen künstlerischen Interessen: die Erweiterung des Spektrums der menschlichen Stimme und die archivarische Forschung zu geschichtlichen Schauplätzen und Ereignissen. Sie baten ehemalige Bergwerksarbeiter, sich an die Klänge ihrer Tätigkeiten unter Tage zu erinnern und diese mit ihrer Stimme nachzuahmen. Vor dem Hintergrund ihrer ehemaligen Arbeitsstätte, der Snowdown Colliery in Kent / UK, erwecken die Männer in ihrem Lied die langst verstummten Klänge zu neuem Leben.

Video von Mikhail Karikis & Uriel Orlow
DVD Pal, 16:9, Farbe, Ton, 6'45'', Loop
Courtesy: the artists

Manifesta 9 Genk 2012
Mikhail Karikis* 1975 in Thessaloniki / GR. Lebt und arbeitet in London / UK. Uriel Orlow* 1973 in Zürich / CH. Lebt und arbeitet in London / UK.
www.mikhailkarikis.com,
www.urielorlow.net

29.
Rafael Gómezbarros
Casa Tomada - Besetztes Haus

Casa Tomada – "besetztes Haus" ist ein wanderndes Projekt, bei dem ca. 3000 Ameisen-Skulpturen ganze Gebäude einnehmen. Es geht um Migration und Vertreibung in ihrem globalen Ausmaß. Gomezbarros will die aktuelle Debatte im öffentlichen Raum an den Stationen der unzähligen Reisenden und Immigranten sichtbar machen. Eine Fotoserie dokumentiert die bisher bespielten, meist historischen Orte von Abreise und Ankunft (z.B. Zollgebäude in Kolumbien) und die Neuproduktion für den Höhenrausch.3 (ab August).

30.
Ilene Segalove
Secret Museum of Mankind [Verborgenes Museum der Menschheit], 2011

Als eine der Pionierinnen der Videokunst beschäftigt sich Ilene Segalove seit den 1970er-Jahren mit der Rolle der Frau. Ihre Secret Museum-Serie ist eine Auseinandersetzung mit dem 1937 erschienen Buch Secret Museum of Mankind, eine "pseudo-anthropologische" Frauenstudie der ursprünglichen Kulturen Amerikas, Afrikas und Europas. In fünf 9er-Blöcke zusammengefasst kombiniert sie diese Studie mit ihren eigenen Porträts. Die Serie von 45 Fotografien regen zu Vergleichen zwischen Kleidung, Posen, Frisuren, aber auch dem Alter der Dargestellten an. Gemeinsam ist die in den Untertiteln verdeutlichte gesellschaftliche Stellung der Frauen.

5 Bildtafeln mit je 9 Schwarzweis Archivaufnahmen, Inkjet-Print mit Text; 90, 2 x 71 cm, gerahmt
Courtesy: Jancar Gallery / US

30th Bienal de Sao Paulo 2012
Ilene Segalove* 1950 in Los Angeles / US. Lebt und arbeitet in Santa Barbara / US.
www.jancargallery.com

31.
Zbyněk Baladrán
A Model of the Universe [Modell des Universums], 2009

Zbyněk Baladrans künstlerische Praxis sowie seine Tätigkeit als Kurator zeichnet sich durch die stete Suche nach neuen Repräsentationsformen von Wissen und Gedächtnis aus. Mit Karten, Diagrammen und Modellen visualisiert er künstlerische Veränderungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und Strategien der zeitgenössischen Kunstproduktion. In A Model of the Universe stellt er frech künstlerische Regeln auf eine Stufe mit wissenschaftlichen Methoden und erklärt die Ausstellung zum Modell des Universums.

Video, Mp4, 16:9, 720 x 576, Farbe, Ton, 2'46'', Loop
Courtesy: Galerie Jocelyn Wolff / FR

10th Lyon Biennale 2012
Zbyněk Baladran* 1973 in Prag / CZ. Lebt und arbeitet in Prag / CZ.
www.zbynekbaladran.com,
www.tranzitdisplay.cz,
www.monumenttotransformation.org

32.
Baghriche, Fayçal
Souvenir, 2012

Objekt, beleuchteter Globus, Motor, 40 cm, h 75 cm
Epuration elective [freiwillige Reinigung], 2004-2013
Installation, Tapete, variable Dimension
Courtesy: Galerie Campagne Premiere / DE

Faycal Baghriche irritiert kulturell etablierte Sehgewohnheiten. Er lädt ein, die Realität, die sich hinter der oberflächlichen Erscheinung verbirgt, neu wahrzunehmen: Das Sternenbild, das hier die Wand bedeckt, besteht tatsachlich aus Seiten einer deutschen Enzyklopädie mit allen Flaggen der Welt, die aber bis auf ihre Sternensymbole übermalt wurden. Davor steht ein herkömmlicher Globus, der sich so schnell dreht, dass die Umrisse der Kontinente und sämtliche Grenzlinien verschwinden – ein poetisches Sinnbild für die beschleunigte Welt der Globalisierung.

54th International Art Exhibition – 54th Venice Biennale, 2011
Faycal Baghriche* 1972 in Skikda / DZ. Lebt und arbeitet in Paris / FR.
www.champagne-premiere.com

33.
Gabriel Valansi
(Circa), 2011-2013

Das Leben in Metropolen thematisiert Gabriel Valansi in seinen künstlerischen Arbeiten. In (Circa) jedoch blickt man auf eine Geisterstadt. Sie besteht aus hunderten von Platinen, wie sie in Computern und anderen elektronischen Geraten verwendet werden. Mit dem Fernrohr lassen sich Ausschnitte und Details dieser post-apokalyptischen Landschaft entdecken. Diese "Archäologie der Zukunft" stellt ein Gegenstuck zu den vertikalen Türmen des Hohenrausch.3 dar. (Circa) ist eine horizontale Version des Babel-Turms, die die Auswirkungen der technologischen und ökologischen Entwicklungen einer globalisierten Welt zeigt.

Installation, Computerplatinen, Fernrohr, Stahlkonstruktion

11th Havana Biennial 2012
Gabriel Valansi* 1959 in Buenos Aires / AR. Lebt und arbeitet in Buenos Aires / AR.
www.gabrielvalansi.com

34.
Turmwelten

In vielfältiger künstlerischer Herangehensweise haben sich die Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft OÖ dem Turm-Thema des diesjährigen Höhenrauschs gestellt. Neben der klassischen Fotoausstellung gestaltet sie den Stiegenabgang mit Turmwelten, dort sind die BesucherInnen eingeladen an Walter Blumbergers Fototurm persönliche Erinnerung zu hinterlassen. Im Hof präsentiert die FGOÖ ihre Ausstellung temporär verändernd an einer überdimensionierten "Litfaßsäule".

28.6. – 13.10.2013 Gruppenausstellung der Fotografischen Gesellschaft Oberösterreich