Extra-Uni 14/15- Öffentlicher Lehrbetrieb im OK


Pressemitteilung vom:
12. November 2014

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Öffentlicher Lehrbetrieb im OK
Masterstudium Zeitbasierte Medien, Kunstuni Linz

5. 11. 2014 – 28. 01. 2015

Datum:
05.11.2014 - 18.01.2015

Das OK Offenes Kulturhaus OÖ und die Kunstuniversität Linz lassen sich auf ein gemeinsames Experiment ein: Der Masterstudiengang Zeitbasierte Medien übersiedelt im Winter-semester 2014/2015 in die Räume des OK für einen öffentlichen Lehrbetrieb.

EXTRA Uni ist im Rahmen von EXTRA Kino entstanden. Wir zeigen hier keine ausgewählten kuratierten filmischen Projekte, hier wird das Potential, die Entwicklung von Studienprojekten und der Studienbetrieb des Masters zeitbasierte Medien öffentlich zugänglich ge-macht. Dazu ist es notwendig die gesamte Lehre, Administration / Büro sowie die Küche, die hier im Falle von Gregor Göttfert entwickelt und umgesetzt wurde, zu übersiedeln. Das OK unterstützt das Vorhaben nach besten Kräften steht auch im laufenden Betrieb als Ansprechpartner in akuten Fragen zur Seite.

Der Vorlesungsbetrieb umfasst Workshops, Lectures, Gastvorträge. Im regelmäßigen Laborbetrieb wird entwickelt, produziert und präsentiert. Das Publikum ist eingeladen, an der Arbeit der Studierenden und ihrer Gäste teilzunehmen. Das Experiment EXTRA Uni schließt Ende Jänner mit einer Semesterpräsentation ab.


Masterstudium Zeitbasierte Medien

Zeitbasierte Medien positioniert sich in der interdisziplinären Auseinandersetzung unter-schiedlicher Arbeitsweisen mit zeitbasierten Medien, d.h. Arbeiten mit Video (Praxis und Theorie), Film (Theorie) und Sound, mediale Installationen und Inszenierungen, interaktive Systeme, Gestaltung mit digitalen Medien und innovativer Programmerstellung. Auf Basis individueller Schwerpunksetzungen der Studierenden werden die interdisziplinären Bezüge in den produktiven, rezeptiven und reflexiven Bereichen der zeitbasierten Medien er-forscht bzw. zum Ausdruck gebracht. Darüber hinaus werden Arbeitsschritte, von der Ziel-formulierung über die Projektkonzeption, Projektentwicklung und Projektausarbeitung bis zur Darstellung und Präsentation der Ergebnisse, geübt und verfeinert. Die Lehre zielt auf die Vermittlung der Fähigkeit zu selbständiger Arbeit und Teamarbeit.
Das Studium Zeitbasierte Medien dient der persönlichen Positionsbestimmung; es wird individuell begleitet und betreut.

Im Masterstudium entwickeln die Studierenden in prozess- und problemorientierten Mo-dulen eigene künstlerisch-wissenschaftliche und transdisziplinäre Projekte und Werke. Wesentliches Studienziel ist, eine kritischen Offenheit gegenüber sozialen, gesellschaftli-chen, politischen und künstlerischen Problemstellungen sowie einer Hinterfragung künstle-rischer Produktion auf gesellschaftliche Relevanz und ideologisch-politische Implikationen zu vermitteln.
In die Projektabwicklung und Theorieausbildung der Zeitbasierten Medien, der Medienpraxis und Medienproduktion fließen experimentelle, performative, raumbezogene, kultur-wissenschaftliche und kunsthistorische Aspekte ein. Durch einen solchen medienhistorisch- kulturellen Background sollen die AbsolventInnen befähigt werden, einen differenzierten Umgang mit den eigenen Arbeiten herauszubilden und diese gezielt in den verschiedenen Bereichen der Medien und Medienindustrie sowie möglichen künstlerisch- wissenschaftlichen Arbeitsfeldern zu platzieren.

Semesterthema „working conditions“

Denkt man an working conditions fallen einem meist große Themen ein: Wirtschaft, Um-welt, Migration, Politik, Geschlechtergerechtigkeit, Bezahlung, usw. Wenn wir uns als Kunstuniversität mit „working conditions“ beschäftigen, können wir diese Themen im Blick behalten, wollen uns aber bewusst „unseren“ Arbeitsbedingungen zuwenden: auf der Uni-versität, in der Kunstproduktion und – als Gast im OK – in einem offenen Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum. Wie sieht es aus ökonomisch, ideologisch, materiell, physisch psychologisch, räumlich, zeitlich, organisatorisch, personell, familiär, historisch…
Mehr als genug Fragen für ein Studienjahr, MitdenkerInnen sind willkommen, wünschen darf man sich alles, working conditions sind immer das Ergebnis von Gestaltung.

Ausgewählte Studentenprojekte:

Auflösung (Arbeitstitel)

Audiovisuelle Performance von Sybille Bauer und Christoph Frey

Auflösung ist eine audiovisuelle Performance, in der ein 16mm Film-Loop durch zwei ent-gegengesetzte Projektoren 20 Minuten lang läuft. Zwischen diesen beiden Projektoren befindet sich ein von unten beleuchteter Schneidetisch über den der Filmstreifen gespannt ist. Dieser Film wird live mit Acrylfarben, Salz, Honig und Chemikalien manipuliert und zerstört. Die Arbeitsstation „Schneidetisch“ selbst wird zu einem visuellen Ereignis, sowie die zwei Projektionen, welche den Film vorwärts und rückwärts abgespielt gleichzeitig zeigen.

Die im Projektor interpretierten Soundspuren, sowie die von einem Richtmikrofon aufge-fangenen Geräusche am Arbeitstisch, werden live gemischt, digital verfremdet und über Lautsprecher verstärkt wiedergegeben.

„Auflösung“ legt den Prozess des Filmemachens offen. Das Prozesshafte an der Entstehung von „Film“ wird ins Zentrum gerückt und live durchgeführt. Es entsteht eine Live-Laborsituation.

“Was bin ich?” Robert Lembke und seine Freunde ermitteln. (Arbeitstitel)

von Maria Czernohorszky

Das Bildmaterial zu einer Folge von „Was bin ich?“ wird benutzt, um mit neu dazu synchronisiertem Ton eine völlig neue Geschichte zu erzählen. Der Gast – ein den 80-er-Jahren entstiegener Liebesbriefschreiber – schlüpft in einen neuen Beruf und füttert das Publikum mit Informationen über seine „neue“ Profession. Im Vorfeld sollen Gespräche mit Freunden und Vertrauten geführt werden, die den gesuchten Beruf tatsächlich ausüben. Danach wird das gefilterte Material für die Synchronisation aufbereitet werden.
Sechs Stimmen von Mitstudierenden werden dem Format „Was bin ich?“ neues Leben einhauchen. Durch diese Vorgehensweise bleibt die Anonymität der Real-Erzählenden bewahrt und die Protagonisten können auch brisante Statements machen … Denn Scho-nungslosigkeit ist oberste Maxime und die Fragen wie auch die Antworten werden kritisch ausfallen.

Webseite zum Projekt mit dem aktuellen Vorlesungsplan: http://extraunilinz.wordpress.com


Cine Days

Cine Days ist eine viertägige Veranstaltung im Linzer Moviemento Kino, die den Studierenden eine Möglichkeit bietet, direkt mit den FilmemacherInnen ihre Werke zu diskutieren. Die Screenings haben Werkstattcharakter und sind thematisch den jüngeren und experimentelleren Positionen im zeitgenössischen Kino gewidmet.

WOLFGANG WIDERHOFER
“Die letzten Tage”
CINE DAYS / 09.12.2014 / 18:00 Uhr

NINA RIPPEL

“Der geflüsterte Film”
CINE DAYS / 10.12.2014 / 19:00 Uhr

PAUL-JULIEN ROBERT
“Meine keine Familie”
CINE DAYS / 11.12.2014 / 19.00 UhR

CARMEN LOSMANN
“Work Hard – Play Hard”
CINE DAYS / 07.01.2015 / 19.00 Uhr

ANJA SOLOMONOWITZ

“723 Tage ohne Karamo”
CINE DAYS / 08.01.2015 / 19.00 Uhr


Lehrende

Gerda Lampalzer-Oppermann
Zeitbasierte Kunst (Projektarbeit / working conditions)
Cinedays (Filmprogramm & Werkstattgespräche)

Gitti Vasicek
Zeitbasierte Kunst (Projektarbeit EXTRA Uni)
Einführung in Zeitbasierte Kunst (Vorlesung)

Gerlinde Schmierer
Zeitbasierte Kunst (Projektarbeit /EXTRA Uni)

Dariusz Kowalski
Zeitbasierte Kunst (Projektarbeit/ filmische Formen)
Dokumentarische Formen (Seminar)
Cinedays (Filmprogramm & Werkstattgespräche)

Christoph Nebel
Zeitbasierte Kunst (Projektarbeit / Text- & Sprachformen in der Kunst)
Einführung in Zeitbasierte Kunst (Vorlesung)

Manfred Neuwirth
Einführung: Theorie, Geschichte und Analyse von Film und Video / Seminar

Dagmar Schink
Notes on Exhibitions (Seminar)

Rainer Jessl
Licht im Raum (Seminar)

Didi Bruckmayr
Resonanzräume, wüste Gesänge, autogenerative Texte (Workshop)

Martin Reinhart
Kamera (Workshop)

Christa Geiselhofer
Einführung Fotolabor & Studio (Workshop)
EXTRA * FLASH * Regarding Space – SEARCHING FOR VIOLET (Workshop)

Wolfgang Widerhofer
Montage in Theorie & Praxis (Seminar)
Cinedays (Filmprogramm & Werkstattgespräche)

Wolfgang “Fadi” Dorninger
Soundlabor & Tonstudio (Seminar)

Philipp “Flip” Kroll
Formate und Formen (Seminar)

Peter Androsch
Sound Art (Vorlesung)
Schall, Raum Medium (Vorlesung)
Hörstadt – Labor für Akustik, Raum und Gesellschaft (Vorlesung)


Schulklassen der Unter- und Oberstufe können im Rahmen der EXTRA Uni Einblicke in den Studiengang Zeitbasierte Medien gewinnen, ausgewählte Vorlesungen besuchen (wie z.B. “Einführung in Zeitbasierte Kunst”, “Theorie, Geschichte und Analyse von Film und Video” mit Manfred Neuwirth oder “Schall, Raum, Medium” mit Peter Androsch) oder an Workshops teilneh-men, in denen wir gemeinsam mit unterschiedlichen Medien und einfachen Materialien „bewegte Bilder“ herstellen – vom gezeichneten Daumenkino bis zur Stop-Motion-Animation.
OK Workshops: 90 min, Kosten: € 4.- pro SchülerIn.


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