CyberArts 06


Pressemitteilung vom:
31. Oktober 2006

Pressebilder:
Zur Bilderübersicht

Veranstaltungsseite

Ansprechpartner
  • Maria Falkinger
    Marketing / Presse (Leitung)
    +43.732.784178.52540
    Enable JavaScript to view protected content.

CyberArts 06
Prix Ars Electronica Exhibition

Presseinformation vom: 31.08.2006

Datum: 31.08.2006 - 05.09.2006

Das O.K Centrum für Gegenwartskunst produziert auch dieses Jahr einen wesentlichen Programmpunkt des Festivals Ars Electronica, die CYBERARTS 2006 - Prix Ars Electronica Exhibition.

Alle 19 Arbeiten der Ausstellung gehen aus dem Prix Ars Electronica, dem internationalen Wettbewerb für digitale Kunst hervor. Internationale Expertinnen haben aus über 3000 Einreichungen Preise und Anerkennungen vergeben. Das O.K zeigt prämierte Werke der Kategorien Interactive Art, Digital Musics, Net Vision und Digital Communities. Die KünstlerInnen präsentieren ihre Werke vor Ort und sind großteils während des Festivals anwesend.

Auch das Ars Electronica Animation Festival, ein Publikumshit im Vorjahr, ist mit über 50 Stunden Filmprogramm heuer wieder Teil des Programms im O.K.

Als Centrum für Gegenwartskunst, dessen Hauptaufgabe es ist, aktuelle Kunstströmungen und Tendenzen aufzugreifen, ist das O.K prädestiniert dafür, die innovativsten Projekte im Bereich der digitalen Kunst zu beherbergen und zu diskutieren.

Das O.K Centrum für Gegenwartskunst hat für die Dauer der Ars Electronica verlängerte Öffnungszeiten: täglich von 10.00 bis 24.00.

Die O.K Night am 2. September startet um 20.00 auf dem ArenaPlatz mit dem Electronic Theatre, der Filmshow mit den besten Computeranimationen. Die anschließende Konzertnacht bestreiten die „local heroes“ decker/reiter, Staalplaat Soundsystem (Anerkennung Digital Musics) und DJ ddkern

CYBERARTS 2006 Prix Ars Electronica Exhibitionen

Paul DeMarinis (US)

The Messenger

http://www.stanford.edu/~demarini

The Messenger ist eine über Internet gesteuerte Installation auf der Basis früher Entwürfe des katalanischen Wissenschaftlers Francesc Salvà i Campillo für einen elektrischen Telegrafen.
Beginnend im Jahr 1780 entwarf Salvà eine Serie von Kommunikationsgeräten: Mittels Versuchsanordnungen mit Leyden-Flaschen, elektrisch stimulierten Froschschenkeln und voltaischer Zerlegung von Wasser versuchte er Techniken zu finden um Informationen vom Zentrum der Macht in die Peripherie zu übermitteln.
The Messenger erforscht die Geschichte der interaktiven Technologie und verbindet diese historische Errungenschaft von immenser politischer und sozialer Bedeutung mit den Herausforderungen unserer Informationsgesellschaft.

Alle auf Paul DeMarinis persönlichem e-mail-account ankommenden Nachrichten werden an die Installation weitergeleitet und Buchstaben für Buchstaben auf drei Telegrafenempfängern angezeigt: Als erster Empfänger dient eine Serie von 26 sprechende Waschbecken, die jeweils einen Buchstaben auf Spanisch wiedergeben.
Der zweite Empfänger besteht aus einer Gruppe von 26 tanzenden Skeletten, die Ponchos mit jeweils einem Buchstaben des Alphabets tragen. Wird ein Buchstaben einer e-mail-Nachricht aktiviert, hüpft das zugehörige Skelett.
Der dritte Empfänger ist eine Anordnung von 26 Glasbehältern, gefüllt mit einer elektrolytischen Flüssigkeit. Darin befinden sich Metallelektroden in der Form von Buchstaben, die ihre Farbe verändern, wenn sie von Elektrizität durchströmt werden.
Das System selbst ist nicht in der Lage Nachrichten zu speichern. Werden die Signale nicht beobachtet, mitgeschrieben und interpretiert, gehen die Nachrichten verloren.

Paul DeMarinis arbeitet seit 1971 als Künstler mit elektronischen Medien
Seine Arbeiten wurden auch bei der CyberArts2001 und CyberArts2005 im O.K ausgestellt.
Golden Nica Interactive Art


Zachary Lieberman (US)

drawn

http://thesystemis.com/drawnInstallation

drawn verbindet das analoge Malen auf Papier mit einem digitalen Animationssystem.
Mit Feder und Tinte gezeichnete Figuren lösen sich vom Papier und interagieren mit den Händen, die sie erschaffen haben.

Auf einem Tisch malt der/die BesucherIn mit Tinte auf ein Blatt Papier. Eine Kamera nimmt die Szene von oben auf und projiziert die Bilder scheinbar live an die Wand. Die Aufnahme bleibt aber nicht ganz unverändert, sondern wird mittels eigener Software in Echtzeit durch synthetische Grafiken erweitert.
Dieses digitale Bild reagiert auf die Handbewegungen des Zeichners. Das hybride Videosignal kombiniert tatsächliche mit fiktiven Pixeln um eine künstliche, aber glaubhafte Welt zu erzeugen.

Zachary Lieberman (US), lebt und arbeitet in New York.
Award of Distinction Interactive Art


Evan Roth, James Powderly and the agents of the G.R.L. (Eyebeam OpenLab) (US)

Graffiti Research Lab

http://graffitiresearchlab.com

Das „Hacking“ des öffentlichen Raums und damit eine Forum für die Selbstartikulation und Partizipation der Bürger zu schaffen, ist eines der Ziele von Graffiti Research Lab.

Dieser Ansatz hat zur Entwicklung einer Anzahl neuer Techniken geführt, darunter LED-Wurfgeschosse, Graffiti-schreibende Caption Software, mobile urbane Projektoren, den Elektor-Graf, Schaltkreis-Anstecker, Ätztechniken etc.
Jeder dieser technologischen Ansätze wurde erprobt. Videodokumentationen und Anleitungen werden in Online-Foren veröffentlicht. Kostengünstige DIY Komponenten erlauben eine Form des urbanen Protests, der die Tradition von Graffitis mit neuer Elektronik verquickt.

Graffiti Research Lab (US), ist eine Abteilung des Eyebeam R&D OpenLab. Das Labor konzentriert sich auf experimentelle Technologien und Medien, die sofort der Öffentlichkeit übereignet werden. G.R.L., das sind Evan Roth alias FI5E, und James Powderly alias RESISTOR.
Award of Distinction Interactive Art


Yunchul Kim (DE)

Hello, world!

www.khm.de/~tre

Hello, World!, ist ein geschlossenes System bestehend aus einem Computer, einem Lautsprecher, einem 246 Meter langen Kupferrohr und einem Mikrofon, in dem codierte akustische Signale zirkulieren.

Zeichen aus dem Rechner werden als modulierte Wellen in das Röhrensystem geleitet, temporär gespeichert und am Ende mit einer Zeitverzögerung von 0,8 Sekunden von einem Mikrofon aufgenommen, decodiert und wieder an den Computer bzw. an einen Monitor geleitet. Der Kreislauf beginnt von Neuem, angereichert mit Klängen der Installations-umgebung.

Durch die akustische Zeitverzögerung im Röhrensystem ist es möglich, Daten zu Speichern. Die Kapazität der Installation entspricht ca. 1 Kbit.
produziert von KHM (Kunsthochschule für Medien, Köln)

Yunchul Kim, geboren in Korea, lebt und arbeitet in Köln
Honorary Mention Interactive Art


Techart Group (TW)

Office Live

www.techartgroup.com

Office Live ist eine interaktive Kettenreaktions-Installation in Echtzeit, die aus vier miteinander verknüpften Einheiten besteht und den sich selbst organisierenden modernen Bürobetrieb kommentiert.
Die vier Stationen bestehen aus einem interaktiven Aquarium mit einem lebenden Fisch, selbst laufenden Papierknäueln, einem selbst abspielenden CD-ROM-Player und einem Schreibtisch mit wechselnden projizierten Bildern. Der Fisch spielt die Rolle des auslösenden Domino-Steins, indem er durch seine Bewegungen Anweisungen gibt und die anderen Stationen aktiviert.
Das Konzept dieser Installation wurde von Rube-Goldberg-Maschinen und der Kinetischen Kunst inspiriert, aber die technischen Möglichkeiten – RFID, Computernetzwerke, Klangfrequenzsensoren und Kamera-Bild-Sensoren erhöhen die Leistungsfähigkeit und machen die Installation dynamischer.

Techart Group, 2004 von der C.S.Group und der A.I.Republic gegründet. Die C.S.Group gilt als eine der führenden Kunst- und Technologie-Gruppen mit verschiedenen Installationskünstlern, Produktdesignern und Technikern.
Honorary Mention Interactive Art


Yuko Mohri, Yuko Mihara (JP)

vexations

http://cip.io

vexations ist eine Installation, die auf der gleichnamigen Komposition von Eric Satie aufbaut. In einer Anmerkung lädt der Komponist dazu ein, das Thema des Stückes 840 mal in Serie abzuspielen.

Diese Anweisung greifen die KünstlerInnen auf und verändern die Originaleinspielung des Pianisten, indem sie diese durch Geräusche der Umgebung modifizieren und erneut wiedergeben. Die Einbindung der Klänge aus dem Ausstellungsraum verschränkt sich subtil mit dem Werk und formt es nach und nach in ein völlig neues Stück um.
Anstelle eines oder mehrerer menschlicher „Repetenten“ wie bei Satie vorgesehen, wird in diesem Projekt ein computergesteuertes Wiederholungssystem eingesetzt, das drei spezifische Funktionen hat: Wiedergabe, Aufnahme und Analyse. Die Variationen des Werkes werden in Form von Notenblättern ausgedruckt und digital archiviert.

Yuko Mohri (JP), 1980 geboren, lebt und arbeitet in Tokio
Soichiro Mihara (JP), 1980 geboren, lebt und arbeitet in Tokio.
Honorary Mention Interactive Art


Alberto Frigo (IT/SE)

SOBJECT

www.albertofrigo.net

Alberto Frigos Performance in Progress besteht aus einer Aufzeichnung seiner alltäglichen Handlungen: Er fotografiert alle Objekte, die er mit seiner rechten Hand benützt. Bei genauer Betrachtung werden diese Objekte zu einer Art Code, der sowohl wiederkehrende wie einmalige Handlungen darstellt und Muster in seinem Leben veranschaulicht.
Wie in einem Speichersystem das auf visuellen Zeichen aufbaut, erlaubt Frigos „Gedächtniserweiterung“ auch den BetrachterInnen die Rekonstruktion vergangener Erfahrungen und das Herstellen von Zusammenhängen.

Frigo hat das Fotografieren mittlerweile in sein natürliches Verhalten assimiliert. Das Projekt ist unauffällig in seine Entscheidungsfindungsprozesse integriert und hat sein Interesse an neuen Aktivitäten sogar gesteigert.

Alberto Frigo (IT/SE), geboren in Italien, lebt und arbeitet in Schweden.
Honorary Mention Interactive Art


Ryota Kimura (JP)

S.U.I.

www.ryotakimura.net

S.U.I. (Smart Urban Intelligence) karikiert die gesellschaftliche Tendenz hin zur computergesteuerten Überwachung öffentlicher und privater Lebensräume. Grundlage des Projektes sind Smart Cards, die im Bahn-Netz von Tokio eingesetzt werden und Bewegungen durch die Stadt aufzeichnen.

S.U.I. liest diese gespeicherten Daten mit Hilfe eines kommerziell erhältlichen Datenlesegeräts und stellt sie in Form eines Bewegungsvideos und eines visualisierten Streckenplans in Echtzeit dar. Als „Dienstleistungsagent der Zukunft“ analysiert und interpretiert ein Roboter die auf der Karte gespeicherten Daten und liest dem Anwender das Ergebnis vor.

„Ich hoffe, dass sich durch diese Arbeit immer mehr Menschen der Situation, die man als „Verwaltung des Einzelnen mittels RFID-Technik“ bezeichnen könnte, und ihrer möglichen Implikationen bewusst werden“ so der Künstler in seinem Statement.

Ryota Kimura (JP), geboren 1966, Künstler und Programmierer lebt und arbeit in Tokio
Honorary Mention Interactive Art


Joan Leandre (ES)

Retroyou_nostal(g)

http://www.desorg.org; http://nostalg.org

Retroyou Nostal(g) basiert auf einem handelsüblichen Flugsimulator, dessen grafische Oberfläche und Funktionsweisen mit dem spieleigenen Editor radikal modifiziert wurden. Die für Navigation und räumliche Orientierung grundlegenden Parameter, von der Reliefstruktur der Erdoberfläche über die Gesetzmäßigkeiten der Schwerkraft bis hin zu den Steuerungsfunktionen der Instrumente, sind weitgehend außer Kraft gesetzt, so dass eine strukturierte Erfassung des Raumes und die Fortbewegung darin praktisch unmöglich sind.

Joan Leandre enttäuscht damit eine Erwartungshaltung, die das Zustandekommen sinnvoller Interaktion mit dem Computerspiel als selbstverständlich voraussetzt. In einem zweiten Schritt fordert er die UserInnen auf, die scheinbar unsinnige Funktionsweise der Maschine zu entschlüsseln und sie sich, soweit möglich, anzueignen - sei es durch systematische Erforschung oder trial and error.

Joan Leandre, geboren 1968, lebt und arbeitet in Barcelona /ES
Honorary Mention Interactive Art


Alan Price (US)

Tartarus

http://accad.osu.edu/~aprice

Tartarus ist eine 3D-Simulation in Echtzeit mit Game-Engine-Technologie, bei der BesucherInnen mit einer virtuellen Gestalt interagieren.

AnwenderInnen begleiten einen alten Mann, der einen Stuhl trägt, durch eine unendliche, sich ständig wiederholende Struktur von dunklen Räumen und halb verfallenen Treppen. Auf seinem Weg beginnen sich Replikanten des Sessels anzuhäufen, bis sie irgendwann den Durchgang versperren und der Vorgang von Neuem beginnt.
Die Mimik des alten Mannes wird prozessual gesteuert und reagiert auf Position und Anweisung der BetrachterIn. Die virtuelle Kamera ist darauf programmiert, der Gestalt zu folgen und innerhalb des architektonischen Raumes zu navigieren.

Alan Price, lehrt Computeranimation und unterrichtet am ACCAD/Ohio State University
Honorary Mention Interactive Art


Raffaello D’Andrea, Max Dean, Matt Donovan (CA)

The Robotic Chair

The Robotic Chair ist ein scheinbar gewöhnlicher hölzerner Stuhl, wie er üblicherweise in Klassenzimmern oder Warteräumen verwendet wird.
Mittels eines eingebauten Roboters ist der Sessel in der Lage auseinander zu fallen und sich dann selbst zu rekonstruieren.
Er „sieht“ mit Hilfe einer externen Kamera und kann so seine Beine und die Rückenlehne lokalisieren. Auf der Suche nach seinen Einzelteilen fährt der Roboter am Boden herum. sobald er sie gefunden hat dockt er sie an und fixiert sie an den richtigen Stellen. Wenn alle Teile zusammengefügt sind, steht der Stuhl auf und der Zyklus beginnt von Neuem.

Rafaello D`Andrea, interessiert sich für alle Aspekte von Steuerung und Automation
Max Dean, bekannt für seine interaktiven kinetischen Installationen
Matt Donovan, visueller Künstler, Spezialist für den Bau „unmöglicher“ Objekte
Honorary Mention Interactive Art


Alvaro Cassinelli (UY/IT)

Khronos Projector

www.k2.t.u-tokyo.ac.jp/members/alvaro/Khronos

Mit seinem Khronos Projector ist es Alvaro Cassinelli gelungen, ein neues Mensch-Maschine-Interface zu entwickeln, das es den BetrachterInnenn erlaubt, fertiges Filmmaterial so zu manipulieren, dass die Zeit im Bild sichtbar wird.

Durch Berühren, Schütteln oder Verdrehen der Projektionsfläche können Teile eines Filmbildes in der Zeit vor und zurück bewegt werden. Die Kausalität eines Ereignisses wird relativ. Es entstehen Zeitinseln oder Zeitwellen innerhalb des ablaufenden Films, die eine vielfache Interpretation der aufgezeichneten Fakten erlauben.

Alvaro Cassinelli, geboren 1972 in Uruguay; lebt und arbeitet in Japan
Honorary Mention Interactive Art


Ursula Damm (DE)

double helix swing

www.khm.de/~ursula/double_helix_de.pdf

double helix swing ist eine interaktive Echt-Zeit-Installation in der Mücken aus der Natur auf digitale Wesen aus dem Computer stoßen.

Mückenschwärme an einem Flussufer werden über Lautsprecher mit den Lockgeräuschen weiblicher Mücken angelockt und gefilmt. Ein Computer empfängt die Videos der Beobachtungskamera und visualisiert die Bewegungen der Mücken als Spuren. Künstliche Zellen entwickeln sich auf Basis dieser Spuren und durch Interaktion mit den BesucherInnen.
Gibt es zuwenig Spuren (= Futter), dann lockt das Geräusch des Flügelschlags der Weibchen mehr Mückenschwärme vor die Kamera.
Die künstlichen Kreaturen haben einen genetischen Code, der von den UserInnen programmiert und modifiziert werden kann. Die unterschiedlichen Ausprägungen der virtuellen Typen werden in einem evolutionären Verfahren über das Vererben von individuellen Formen und Eigenschaften getestet.

Ursula Damm, geb. 1960, lebt und arbeitet in Weimar /DE
Honorary Mention Interactive Art


Markus Lerner, Andre Stubbe (DE)

Outerspace

www.markuslerner.com, www.andrestubbe.com, www.outerspace-robot.com

Outerspace ist eine reaktive Skulptur mit tierähnlichem Verhalten.
Die Grundform geht auf sensitive Insektenfühler zurück, die mit flexiblen Bewegungen den Raum abtasten. Das Repertoire umfasst Bewegungsmuster aus dem Tierreich ebenso wie menschliche Gebärden.

Die Bewegungen von Outerspace basieren auf seiner Neugier den Raum zu erforschen, er sucht nach Licht, Bewegung, Kontakt. Hat er etwas Interessantes entdeckt, steigert das seine Aktivität.
Outerspace besteht aus drei Metallstäben, die über Gelenke verbunden sind. Der Endstab trägt fünf Fotosensoren, die als Augen zur Erkennung von Helligkeit und Bewegung dienen. Alle Stäbe sind mit Sensoren ausgestattet, die auf Berührung reagieren.

Markus Lerner, Andre Stubbe, leben und arbeiten in Berlin /DE
Honorary Mention Interactive Art


Arijana Kajfes (SE)

Occular Witness

www.arijana.net

In vier Modellen und einem Künstlerbuch beschäftigt sich Occular Witness in physikalischem und metaphorischem Sinn mit Licht als Träger von Informationen. Die Installation bewegt sich zwischen Natur und Wissenschaft, konzentriert sich aber gleichzeitig auf die künstlerische Interpretation der Studien.
Jedes Modell ist als optisches Problem konstruiert:
The Wheel ist eine Paraphrase auf Duchamp’s erstes Readymade „Bycycle Wheel“ (1913). Ein Laser, der von den Speichen eines Rades unterbrochen wird, trifft auf einen Sensor, der das Licht in Ton umwandelt.
The Dendroid (mit Pablo Miranda entwickelt). Ein künstliches Auge, bestehend aus vier Linsen mit Lichtsensoren, sendet Informationen zu einer elektrolytischen Zelle. Das Licht löst die Elektrolyse aus, welche Metallfäden wie Nervenbahnen in einer Zelle aufbaut.
Red Alert ist ein dreidimensionaler Raster aus Laserlicht, verbunden mit einem Sensoren-System, das Licht in Ton umwandelt. Eine Nebelwolke, die von den BenutzerInnen ausgelöst wird, durchbricht den Raster und beeinflusst so den Ton.
Monochromeye ist ein tragbarer Helm mit zwei RGB Leuchtdioden, die genau auf die Augen der BetrachterIn gerichtet sind. Die Dioden sind mit einem Rot-, Grün- und Blaulichtsensor auf der Fingerkuppe verbunden und fangen die Umgebung in ihrer niedrigsten und einfachsten Auflösung ein.

Arijana Kajfes (SE), lebt und arbeitet in Stockholm
Honorary Mention Interactive Art


exonemo (JP)

The Road Movie

www.exonemo.com/RM

The Road Movie ist ein prozessuales mobiles Kunstprojekt, bei dem deutsche und japanische Künstler vom 18. Oktober bis 6. November 05 per Bus durch Japan tourten.

Von im Bus installierten Webcams wurden alle fünf Minuten Aufnahmen von der jeweiligen Umgebung gemacht und in Form eines „Origami“-Faltmodells des Busses im Internet zum Herunterladen, Ausdrucken und Falten bereit gestellt.

Das Projekt besteht aus mehreren Komponenten: dem Bus, der physisch unterwegs ist, den Daten im Netz und den weltweit in Privaträumen Gestalt annehmenden Miniaturbussen.
Durch die Verknüpfung von physischer und virtueller Welt, von privat und öffentlich, global und lokal, innen und außen, eröffnete The Road Movie eine neue Dimension der Interaktion von vernetzten „öffentlichen Orten“.
In der Ausstellung kann mittels der Google-Weltkarte die Reiseroute nachvollzogen werden. Sämtliche Origami-Faltmodelle stehen zum Ausdrucken und Nachfalten zur Verfügung.
http://moblab.org/

exonemo (JP), 1996 gegründet von Kensuke Sembo und Yae Akaiwa; leben und arbeiten in Tokio und auf exonemo.com.
Golden Nica Net Vision


Kaffe Matthews | Annette Works (GB)

Sonic Bed_London

www.annetteworks.com

Sonic Bed_London ist ein Klang-und Sozialexperiment, das unsere Wahrnehmung erforscht.
Es besteht aus einem übergroßen Bett mit eingebautem Zwölfkanal-Klangsystem, das extrem hohe und tiefe Frequenzen wiedergeben und jederzeit zwölf voneinander unabhängige Klangquellen abspielen kann.

BesucherInnen sind eingeladen, ihre Schuhe auszuziehen, sich aufs Bett zu legen und dort speziell komponierte Musik zu genießen, die sich vibrierend durch, um und in ihrem Körper ausbreitet - Musik zum Fühlen eher als zum Hören.

Kaffe Matthews (GB), Komponistin und Performerin, 1997 Gründung des Labels „Annette Works“
Award of Distinction Digital Musics


Carsten Stabenow (DE), Geert-Jan Hobijn (NL), | staalplaat soundsystem

YOKOMONO

www.staalplaat.org

YOKOMONO konfrontiert die ZuschauerInnen mit einem Setup bestehend aus 4 ‘Vinyl-Killern’ -kleinen Spielzeug Plattenspielern in Form von VW Bussen, jeder ausgerüstet mit einer Abtastnadel und einem kleinen UKW Sender.
Die ‘Vinyl-Killler’ ziehen ihre Kreise auf speziell angefertigten Loop-Platten, die zunächst ‘digitale Stille’ enthalten. Durch Manipulation und Behandlung der Schallplatten-Oberflächen entstehen Störungen, Geräusche und Rhythmen die von den UKW Sendern auf 2 verschiedenen Frequenzen über kreuz an vier - den Wänden des Raumes zugeordnete - Gruppen von Radios übertragen werden und somit ein vierkanaliges Raum Klang System öffnen. Zusätzliche Radios auf einem kreisenden Spielzeugzug bewegen sich durch die unterschiedlichen Sender-Frequenzen und ändern somit permanent ihren Klang und machen die Reichweite und Ordnung der Frequuenzen sichtbar.

Der Sound wird durch viele Faktoren bestimmt - die Abnutzung der Platte sowie die primitive Klangübertragung (MONO) verändert die ursprüngliche ‘digitale Stille’ und addiert mechanische und analoge Charakteristika, die Rotation der Vinyl Killer und die Bewegung der Besucher im Raum destabilisiert die UKW Übertragung zu den Radios, die Sender interferieren miteinander und anderen sendenden Geräten wie z.B. Mobiltelefonen und die mit der Zeit nachlassende Batterieleistung der Vinyl Killer verändert die Abspielgeschwindigkeit der Loops. All dies macht YOKOMONO zu einem instabilen unkalkulierbarem System bei dem Verzerrung und Erosion, das Auslöschen und Zerstören des Klangs, zum Konzept gehören.

Geert-Jan Hobijn ist Gründer des holländischen experimental Labels staalplaat
Carsten Stabenow ist Gründer der deutschen Media Art Festival
Honorary Mention Digital Musics


Günther Kolar, Stefan Eibelwimmer (AT)

stencilboard.at– prevent disappearance

www.stencilboard.at

„Stencils“ sind mithilfe von Schablonen gesprayte Bilder im öffentlichen Raum. Sie zieren zahlreiche Wände und sind eine Form politischen und kulturellen Ausdrucks. Als Eingriff in öffentliches und privates Eigentum sind sie am Rand der Legalität angesiedelt und daher ein flüchtiges Phänomen.

stencilboard.at ist eine ermutigende Community-Plattform und ein Archiv, das Teile dieser kreativen, dynamischen und kritischen Ausdrucksform konserviert. Die stetig wachsende, gemeinschaftlich erstellte, internationale Dokumentation ermöglicht den Vergleich kulturspezifischer Besonderheiten und Schwerpunktsetzungen.
Die Plattform bietet KünstlerInnen und Interessierten eine geeignetes forum, um anonym fremde oder eigene Arbeiten einer breiten internationalen Öffentlichkeit zu präsentieren und Meinungen einzuholen.

stencilboard.at (AT), online seit September 2004, gegründet von Günther Kolar und Stefan Eibelwimmer, leben und arbeiten in Wien.
Honorary Mention Digital Communities

Ars Electronica Animation Festival

1.– 5. September

Täglich zehn Stunden Animationskino mit mehr als 600 Filmen geteilt in 11 Themenblöcke – von Hollywoodproduktionen über Werbeclips bis hin zu Experimentalvideos und Produktionen Jugendlicher. Filme aus 71 Ländern, alle eingereicht beim diesjährigen Prix Ars Electronica, illustrieren die Bandbreite zeitgenössischer Geschichtenerzähler.

kuratiert von Christine Schöpf und Dietmar Offenhuber

O.K Night

2. September

20.00 und 22.00

Electronic Theatre

im Sommerkino auf dem ArenaPlatz
Filmshow der besten Computeranimationen und Visual Effects des Prix Ars Electronica.

ab 23.30

Konzert- und Party-Night

Decker/Reiter (locals)
staalplaat (mainact)
ddkern (dj)

decker/reiter
Seit Jahren arbeiten decker/reiter an verschiedenen Soundscape- Ordnungsmustern. Sie manipulieren ausschließlich intuitiv und manuell. Turntables, Computer und Sythesizer (unlimited tools) bilden ein ungesynctes Netzwerk für Sound. Das Unspektakuläre dient als akustisches und visuelles Ausgangsmaterial. Plattenkratzen, Nadelaufsetzen, Soundfetzen, verbinden sich in einem Dialog mit statischen Soundwellen.
http://firstfloor.org/decreit/

staalplaat soundsystem
Live Performance zur Sound-Installation YOKOMONO, die beim Prix Ars Electronca 2006 mit einer Anerkennung im Bereich Digital Musics ausgezeichnet wurde.
www.staalplaat.org

ddkern
DJ ddkern ist bekannt für seine außergewöhnlichen Mixes; der Abend verspricht eine tour de force durch verschieden Stile: ambient, abstract, blues, country, electro, funk, free jazz, house, industrial, jazz, new wave, punk, rhythm ’n blues, rock, reggae, soul, techno, folk to gipsy funk!
http://www.mego.at/kern.html


Während des Festivals Ars Electronica (31.8. – 5.9.2006) ist das
O.K täglich von 10.00 – 24.00 Uhr geöffnet.

Allgemeine Führungen:
Di – Fr 19.00 Uhr, Sa/So 15.00 Uhr und nach Anmeldung +43.732.784178-243;
Familienführung mit Kinderbetreuung: Sa 10.15 Uhr

BesucherInnen der CyberArts 2006 können mit der O.K Eintrittskarte auch das Ars Electronica Center zum ermäßigten Preis besuchen und umgekehrt.

Ausführliche Informationen zu allen Projekten der Ars Electronica bieten die Kataloge
„SIMPLICITY the art of complexity“ ISBN3-7757-1834-6 und
„CyberArts 2006“ inkl. DVD und CD ISBN3-7757-1835-4 (beide Verlag Hatje Cantz)


Pressefotos

Abdruck der Bilder bei Nennung des des Bildtextes honorarfrei.
Um die Bilder downzuloaden, mit rechtem Mausklick "Ziel speichern unter…" auswählen.

Fotos (außer anders angeben): Otto Saxinger