OK | EXTRA Uni - NOT WELCOME


24. Jun 2016 - 10. Jul 2016
10:00 Uhr - 20:30 Uhr

Veranstalter

Veranstaltungsort
Tankstelle

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Ausstellung und Performance

Die Studienrichtung Raum & Designstrategien der Kunstuniversität Linz bilanziert sein Jahresthema Not Welcome mit einer Eröffnungsperformance und einer Ausstellung im OK.
Die engagierte Arbeit der Studierenden mit Flüchtlingen war nicht immer einfach. Umso wichtiger ist nun diese Ausstellung:

Donnerstag, 23. Juni 2016

17:30 Ausstellungseröffnung am Martin Luther Platz (neben Thalia, Landstraße) mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Bürgermeister Klaus Luger, Rektor der Kunstuniversität Reinhard Kannonier und Prof. Ton Matton.

Es spielen bzw. singen, eingezäunt hinter einem originalen Grenzzaun (Installation von Senior Artist Pepi Maier von Raum & Design Strategien), ein Orchester der Anton-Bruckner-Privatuniversität und der E medio cantus Chor das Lied der Freiheit (Gefangenen-Chor aus der Oper Nabucco)

Anschließend ab ca. 18.30 Uhr: Begrüßung im OK (Dametzstraße, ehemalige Tankstelle) durch Genoveva Rückert, OK Kuratorin und Führungen von den Studierenden.

Ausstellungsdauer: 24. Juni – 10. Juli 2016, täglich 10:00 bis 20:30 Uhr,
OK Offenes Kulturhaus, OK Platz 1 und ehemalige Tankstelle in der Dametzstraße, Linz.


NOT WELCOME

… der Nachtzug ist voll, alle Plätze sind besetzt mit Flüchtlingen auf dem Weg nach Schweden. Einige liegen auf den Betten in der Schlafkabine, auch in dem Bett, das ich gebucht habe. Was ist zu tun? …

Als wir uns mit dem Studiengang Raum & Design Strategien für Not Welcome als Jahresthema entschieden haben, ahnten wir weder wie das Flüchtlingsthema über den Sommer 2015 in die Mitte der Europäischen Politik rückten sollte noch, dass ein Jahr später die Grenzen geschlossen sind. Mit unseren Erfahrungen über das Jahr, wurden wir Zeugen eines europaweiten Umbruchs.

Paradoxerweise erleben wir im Gegenzug eine Renaissance der „Willkommenskultur“: wir teilen unsere Wohnungen mit Couchsurfern, öffnen unsere Räume unbekannten Facebook-Freunden, praktizieren direkt gelebte zivilgesellschaftliche Hilfe für MigrantInnen und AsylbewerberInnen, und wollen „teilen, teilen, teilen“ (dem Mantra der Sharing-Economy entsprechend). Gleichzeitig machen wir die Grenzen zu Europa und Österreich zu. Die Berliner Mauer wurde zwar abgerissen, jedoch gibt es mehr Kilometer Grenzzäune als jemals zuvor. Vom abgeschlossenen Privatgrundstück hin zur Gated Community, von „my-home-is-my-castle“ hin zur „Frontex’s Festung Europas“ – aus kleinen Abgrenzungen wurden große Systeme der Abwehr.

Gemeinsam mit AsylantInnen renovierten die StudentInnen das SOS Flüchtlingsheim in Linz, kochten zusammen mit Flüchtlingen in der Hot Welcome Mensa und erforschten die Willkommenskultur in Brasilien, wo Immigration mit nationalem Stolz verbunden ist.

Das Flüchtlingsthema spaltet in der Politik und in den Medien sofort in „-Neonazi-rechts“ oder „-Gutmensch-links“. In der über die Dokumentation des Projektes hinausgehenden Ausstellung Not Welcome zeigen Studierende ihre Arbeiten; engagiert, manchmal naiv, manchmal mit Humor, manchmal einen Tick zu zynisch. Aber immer mit dem Ziel, die Zweifel, die Sorgen, die Möglichkeiten und die Hoffnungen der Flüchtlingsproblematik zurück in die Mitte der politischen Debatte zu bringen.

http://www.calaisjungledoc.com/
http://www.strategies.ufg.at/