Höhenrausch.2 - Künstlerinnen


Laurien Bachmann

Stefan BanzStefan Banz
Dive 2 - Sanftmut und Jähzorn, 1996/2011

Der von knöchelhohem Wasser geflutete große Saal des OK kann über einen flachen Holzsteg gequert werden. Der sich an der Wasseroberfläche reflektierende Raum verfließt unter dem Effekt der Spiegelung in ein Bild der Sanftmut. Ein regelwidriges, „jähzorniges“ Hineintreten ins glänzende Wasser wird nicht geahndet, auch wenn das kontemplative Muster sich verzerrt.

Installation, Raum, Wasser, Licht, Fenster, Sarnafolie, Holz, 800 x 1100 x 2000 cm
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus; Courtesy: der Künstler
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Geboren 1961 in Sursee / CH, lebt in Cully / CH und Berlin / DE.

Erdal Buldun TR/DEBlaues Kabinett
Inge Dick AT
Gerhard Dirmoser AT
Gino de Dominicis IT
Ronald Duarte BR
Jack Falanga US
Ceal Floyer GB
Gianfranco Foschino CL
Dara Friedman US/DE
Shaun Gladwell AU
Shilpa Gupta IN
Peter Hauenschild, Georg Ritter AT
Hund und Horn AT
Mathias Kessler AT
William Lamson US
Angelika Middendorf DE
Vik Muniz BR
Yoko Ono JP
Steve Poleskie US
Michael Sailstorfer DE
Roman Signer CH

Im Blauen Kabinett versammelt sich eine Auswahl von künstlerischen Filmen, Fotografien, Objekten und Dokumenten, die sich spielerisch mit Luft und Wasser als bewegende und elementare Ereignisse beschäftigen.

Janet Cardiff, George Bures MillerCardiff
The Forty Part Motet, 2007
9. Juli - 11. September 2011

Die kanadische Künstlerin Janet Cardiff hat die vierzigstimmige Motette „Spem in Alium“ des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis einzeln aufgenommen und auf eben so viele Lautsprecher verteilt. Innerhalb dieses Klangraumes können sich die BesucherInnen zwischen den einzelnen Stimmen bewegen und den Gesang der miteinander korrespondierenden Chöre unmittelbar erleben.

40 Standlautsprecher, Verstärker, Wiedergabegerät, 14 Loop (11´ Musik, 3 Pause)
Stimmen: Salisbury Cathedral Choir, Aufnahme und Nachbearbeitung: SoundMoves
Bearbeitung: George Bures Miller, Produktion: Field Art Projects

Janet Cardiff und George Bures Miller leben und arbeiten in Grindrod / CA und Berlin / DE.

CoimbraEduardo Coimbra
Luz Natural (Natural Light), 2011

Ein flirrendes Bild des Himmels entsteht durch fragmentierte, auf Neonröhren affichierte Fotos. Dieses Himmelspanorama als Mittler zwischen Außen- und Innenraum repräsentiert das Lichtbild an sich, zumal Wolken und das Himmelsblau die reinsten und beeindruckendsten virtuellen Erscheinungen sind.

Installation, Duratrans-Druck, Neonröhren, 238 x 535 cm, Durchmesser je 6 cm
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus, Courtesy: der Künstler

Geboren 1955 in Rio de Janeiro / BR, lebt und arbeitet dort.

Bow WowAtelier Bow-Wow
Linz Super Branch, 2011

Conzett, Bronzini, Gartmann
Brücken im Himmel, 2011

Das japanische Architekturbüro Bow-Wow entwickelte 2009 mit dem „Linzer Super-Zweigwerk“ die architektonische Erschließung der Dachlandschaft. Der Konzeption eines Zweiges folgend, ist das modulare Stegesystem nun weitergewachsen. Mit dem „James Bond Walk“, der entlang der Gebäudekante des Passage führt und Brücken über das Parkdeck wurde ein neuer Rundgang erschlossen.

Weithin sichtbar verklammern sich zwei spektakuläre Brücken mit den Türmen der Ursulinenkirche. Die vom Schweizer Baukünstler Jürg Conzett entwickelte Brückenkonstruktion wurde in präziser funktionaler Ästhetik dem modularen Stegsystem von Atelier Bow- Wow angefügt. Der wurzelförmig wuchernden, organischen Struktur ist damit der Brückenschlag über Häuserschluchten gelungen.

Atelier Bow-Wow | Linz Super Branch, 2009/2011 [Linz Super Ast]
Holzkonstruktion: Stiegen, Stege und Plattformen in Kooperation mit Riepl Riepl Architekten, Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Conzett, Bronzini, Gartmann | Brücken im Himmel, 2011
zwei Brücken, Holzkonstruktion
in Kooperation mit Riepl Riepl Architekten, Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Atelier Bow-Wow Architekturbüro, gegründet 1992 in Tokio / JP, geleitet von Yoshiharu Tsukamoto (*1965 in Kanagawa) & Momoyo Kaijima (*1969 in Tokio). Konstruktionsskizzen von Masatoshi Hirai.
Conzett, Bronzini, Gartmann AG Ingenieurbüro, gegründet 1992 in Chur / CH, geleitet von Jürg Conzett (*1956, Schiers), Gianfranco Bronzini (*1967, Brusio), Patrick Gartmann (*1968, Tenna)

GlusmanLaura Glusman
nado y nada, 2004

Die Wasseroberfläche wirkt erdig und glänzend zugleich. Der kraulende Frauenkörper gewinnt kaum Kontur und scheint mit dem Element symbiotisch verschmolzen. In der permanenten Wiederholung des Videoloops bleibt die Gestalt eine Gefangene. Trotz ständiger Bewegung kommt sie nicht von der Stelle – ein Bild für die Sinnlosigkeit, gegen den Strom schwimmen zu wollen.

Videoprojektion, DV 720 x 576 / DVD PAL, 2´18´ Loop, Farbe, Ton Courtesy: die Künstlerin, Mit der Unterstützung von: Promote Iceland

Geboren 1971 in Argentinien, lebt und arbeitet in Rosario / AR.

HeinJeppe Hein
Hexagonal Water Pavilion, 2007

Ein programmierter Wasserpavillon bei dem die Wände willkürlich steigen und fallen. BesucherInnen bewegen sich innerhalb der Struktur und können im Spiel der steigenden und fallenden Wasserwände die Bildung räumlicher Konfigurationen lustvoll erleben.

Installation, Wasser, Stahl, Düsen, elektrische Pumpe, Computer, Holzrampe, 19,80 x 13,07 x 2,50 m Courtesy: Johann König, Berlin und 303 Gallery, New York

Geboren 1974 in Dänemark, lebt und arbeitet in Berlin / DE.

KempinasŽilvinas Kempinas
Live Transmission, 2011

Live Transmission ist eine Raum füllende kinetische Skulptur, die sich permanent durch sich bewegende Magnetbänder formt und ihre Impulse aus dem Wind von Ventilatoren bezieht. Die großen, wellenförmigen Bewegungen machen elementare Gesetze der Physik sichtbar und decken spielerisch die verborgenen Kräfte des Windes auf.

Installation, Magnetband, Ventilatoren, Größe variabel Courtesy: der Künstler, Yvon Lambert New York – Paris und Galerija Vartai, Vilnius
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1969 in Plunge / LT, lebt und arbeitet in New York / US.

kropshoferHans Kropshofer
Fokus Linz, 2011

Eine Raumstation ist über den Dächern von Linz gelandet. Sie schickt ihre Besucher auf eine Zeitreise zwischen Gestern und Heute.
Wie hat sich Linz verändert? Was blieb, was kam und wie steht es mit der Lebensqualität in der Stadt? Ein Blick in und aus dem Fokus Linz gibt Aufschluss darüber.

Auftraggeber: Stadt Linz, Idee: Haslinger, Keck

Lang / BaumannLang/Baumann
Comfort #10 (Linz), 2011

An der Fassade des OK scheint sich eine überdimensionale Seifenblase aus dem Fenster zu drängen. Was vom Außenraum betrachtet als Blase erscheint, ist eine transparente zylinderförmige Skulptur. In den Fensterraum gepresst und mit Luft angefüllt, spiegelt sich im Inneren des sphärischen Objektes die Umgebung.

Installation, Polyurethanfolie, Schlauch, Gebläse, 1 Zylinder, 3,3 x 5 m
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus,
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Sabina Lang, geboren 1972 in Bern / CH; Daniel Baumann, geboren 1967 in San Francisco / US, leben in Burgdorf / CH. Zusammenarbeit seit 1990

MaierPepi Maier
Twist Below Zero 2.011, 2003/2011

Vereiste, sich spiralförmig windende Kupferrohre durchziehen den Dachboden des Ursulinenhofs. Von einem Kühlaggregat betrieben vereist das Schlangengebilde im ständigen Austausch mit der Umgebungstemperatur und tritt auch ästhetisch in Dialog mit dem barocken Gebäude.

Installation, Kupferrohr, Kältemaschine, Eis
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1959 in Passau, lebt und arbeitet in Linz.

Motta LimaGisela Motta / Leandro Lima
Zero Hidrográfico, 2011

Der Dachboden der Ursulinenkirche wird vom Schein einer abstrakten, sich wellenförmig bewegenden Installation eindrucksvoll durchflutet. Ein ausgeklügeltes System von hydraulisch vertikal bewegten Stäben und horizontalen Neonröhren bildet eine ästhetische Struktur von hoher Intensität und zauberhaftem Reiz.

Mixed-Media-Installation, 60 T5-Neonröhren, 36 motorisierte Mechanismen, 750 x 750 cm

Geboren 1976 in São Paulo, leben und arbeiten in São Paulo / BR.

NakayaFujiko Nakaya
Cloud Parking in Linz, 2011

Über den Dächern von Linz ziehen Nebelschwaden und sorgen für einen stimmungsvollen Übergang in die himmlischen Sphären des HÖHENRAUSCH.2. Die trotz der luftigen Höhe dichten Schichten der Nebelinstallation erzeugen künstlich ein Naturphänomen.

Die Nebelanlage von der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya versprüht Wasser mit hohem Druck. Dabei werden spezielle Nebeldüsen vom Typ Fog System verwendet. Aus dem 120 Mikron kleinen Düsenloch trifft das Wasser auf eine Prallstiftspitze, wobei es zu Nebel zerstäubt wird. Durch Übersättigung der Luft mit Feuchtigkeit kondensiert das Wasser und wird als Nebel sichtbar. Windverhältnisse, Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit der Umgebung bestimmen die Intensität der Nebelbildung. Während der heißen Tage im Sommer sorgt der Nebel ebenfalls für eine angenehme und erfrischende Abkühlung. Technik und Engineering stammen von der Schweizer Firma Biogenesis TheFogSystem.

Link: http://www.thefogsystem.com

Nebelskulptur, Nebelsystem, ca. 600 Düsen, Wasser
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1933 in Tokio, lebt und arbeitet in Tokio / JP.

RistPipilotti Rist
Nothing, 2011

Eine Rauchblasenmaschine schafft reine Poesie: rauchig gefüllt, treten die in Spektralfarben schillernden Blasen zunächst kugelförmig aus, gleiten unförmig wabbernd durch die Luft, bis sie platzen und sich der schöne Schein in Nichts auflöst.

Installation, Maschine, die Seifenblasen gefüllt mit weißem Rauch produziert, 161 x 125,5 x 61, 5 cm
Courtesy: die Künstlerin und Hauser & Wirth, Zürich
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Geboren 1962 in Grabs im Rheintal, lebt und arbeitet in Zürich / CH.

RuriRúrí
Archive – Endangered Waters, 2003

Rúrí hat 2003 52 gefährdete Wasserfälle Islands konserviert. Beim Herausziehen der einzelnen Rahmen des Archivkastens ertönt jeweils der Originalton zum transparenten Abbild. Die Audioinstallation zeugt von der Gefährdung der Naturphänomene, da seit ihrer Entstehung die Hälfte dieser Wasserfälle verstummt sind.

Interaktive Installation, 52-teilige Serie von gerahmten Fotografien, Stahl, Glas, transparente Fotopositive, Audiosystem, Computersteuerung, Archivstruktur 234 x 516 x 160 cm
Courtesy: die Künstlerin

Geboren in 1951 in Reykjavik, lebt und arbeitet in Reykjavík / IS.

StalderUrsula Stalder
Lagune von Venedig, 2007/2011

Die verlorenen und weggeworfenen Materialien des Alltags, die Ursula Stalder als Schwemmgut am Meeresufer geborgen hat, sind zwischen den Stegen des HÖHENRAUSCH.2 gestrandet. Die Lagune von Venedig mit morschen Fischerbooten und Unrat verdichtet sich zu einem Gesamtbild und erzählt von Gleichgültigkeit, Unnutz und ihrer maritimen Herkunft.

Outdoor-Installation, Fundstücke, u. a. 12 Fischerboote, Schiffsteile, Bojen Fischereizubehör, Unmengen von Unrat, ca. 350 m2
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Geboren 1953 in Horw / Luzern, lebt und arbeitet in Luzern / CH.

DorningerWolfgang Dorninger
Wasser, Wind, Waves, 2011

Als imaginärer Anklang und Auftakt zu HÖHENRAUSCH.2 wurden in den Windfang am Eingang Klänge implantiert. Zu hören sind konkrete Wasser- und Windgeräusche und synthetisierte Klänge, die eine Verbindung zur Windmaschine im Glockenturm schaffen.

Audioinstallation, 4 Audiokanäle (nicht gerichtet), 4 taktile Lautsprecher, DVD 9´3“ Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Windmaschine (Wind Machine), 2011

Das pfeifende Geräusch des Windes zieht durch den offenen Glockenturm. Doch es ist eine Täuschung, denn es wird vom Nachbau einer barocken Windmaschine durch das Reiben eines Segelstoffs an einer Holzwalze von BesucherInnen selbst erzeugt. Mittels dieser historischen Mechanik gelingt es dem Klangkünstler Wolfgang Dorninger, den glockenlosen Turm wieder zum Tönen zu bringen.

Idee: der Künstler, Windmaschine: Förderverein zum Erhalt historischer TheaterTechnik und TheaterArchitektur e.V, Berlin/DE, Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1960 in Linz / AT, lebt und arbeitet in Linz und gerne auch anderswo.

Höhenrausch-Kunstwald
bei der Landesgartenschau Ansfelden

Claudia Czimek
Katharina Lackner
Wolfgang Dorninger

LUFTSPRÜNGE IM POWER TOWER ENERGIE AG

Eva Schlegel
Werner Reiterer
Servaas

EISZEIT IM PARKBAD

Pepi Maier und Svitlana Trattmayr

Architektur

Atelier Bow-Wow
Jürg Conzett
In Zusammenarbeit mit Riepl Riepl Architekten

Ausstellungsgestaltung

ANY:TIME Architekten
Michael Weingärtner

Projektleitung

Rainer Jessl

Kuratorenteam

Genoveva Rückert
Julia Stoff
Martin Sturm
Rainer Zendron